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	<title>Philspass &#187; Spinoza</title>
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  <title>Philspass</title>
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		<title>Die Natur ist frei oder deus sive natura</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 14:53:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Notwendigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Spinoza]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben wir und worin besteht unsere (Wahl-Entscheidungs-) Freiheit in Bezug auf Naturgesetze? Ein Denkfehler besteht meiner Meinung nach darin, dass die Erklärung der Vergangenheit und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur (und damit die Erklärbarkeit der Vergangenheit  und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur) als Kausalität vereinseitigt wird. Nur weil ich meine Entscheidung post festum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Haben wir und worin besteht unsere (Wahl-Entscheidungs-) Freiheit in Bezug auf Naturgesetze?</p>
<p>Ein Denkfehler besteht meiner Meinung nach darin, dass die Erklärung der Vergangenheit und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur (und damit die Erklärbarkeit der Vergangenheit  und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur) als Kausalität <strong>vereinseitigt</strong> wird.</p>
<p>Nur weil ich meine Entscheidung post festum erklären kann, war die Entscheidung nicht notwendig so und nicht anders. Erklärbarkeit ist nicht das Gleiche wie Notwendigkeit!</p>
<p><span id="more-617"></span>Vielmehr, nachdem die Entscheidung für den Lavastrom, rechts oder links zu fliessen oder für mich, rechts oder links zu kämpfen gefallen ist, hat der Berg, habe ich ein libidinöses Bedürfnis nach <strong>Rechtfertigung</strong> dieser Entscheidung (ich habe den Pfeil losgelassen, die Macht abgegeben, die Energie freigesetzt, das Kondom nicht benutzt) weil ich mit der <strong>Verantwortung</strong> für die <strong>Folgen</strong> konfrontiert werde (Der Pfeil trifft den Hund, die Macht wird missbraucht, die Energie tötet Natur, der Samen erzeugt ein Kind und entscheidet über mein Leben für die nächsten 18 Jahre) und ich gebe in meiner Erklärung (mehr oder weniger unbewusst) all den Fakten eine <strong>höhere Chance</strong>, in meinem Wissens &#8211; Modell aufzuscheinen, welche meine Entscheidung post festum stützen. Das ist der Grund, weshalb die Eule der Minerva erst in der Dämmerung losfliegt.</p>
<p>Das nennen einige dann Wissenschaft.</p>
<p><strong>Vielmehr haben wir schon immer die Freiheit zu entscheiden</strong>, auch <strong>die Gebirge haben die Freiheit</strong> hier so und dort anders zu sein. Aber <strong>n</strong><strong>achdem</strong> sie sich entschieden haben, irgendwo zu sein, hat es Folgen, Arten sterben aus oder finden Lebensmöglichkeiten, Aussichtstürme werden gebaut, Atommüll wird in den Höhlen gelagert.</p>
<p>Die Entscheidungen der Natur nennen wir Zufall oder Kontingenz. Die Entscheidungen der Menschen nennen wir Freiheit.</p>
<p><strong>Die Freiheit zu Entscheidung aber ist substanzieller Bestandteil der Natur!</strong> Was Spinoza &#8220;deus sive natura&#8221; nennt ist m.E. genau diese substanzielle Eigenschaft der Natur, Entscheidungen zu fällen, frei zu sein. Die Natur selbst aber ist Subjekt und Objekt ihrer Entscheidungen. </p>
<p>Worum es mir geht ist, dass Menschen anders als Gebirge die <strong>Verantwortung</strong> für ihre Entscheidungen <strong>übernehmen können</strong>, ob die Entscheidung nun richtig ist oder falsch war wird sich vor allem durch den Umgang mit der Verantwortung herausstellen.</p>
<p>Wenn ich mich für Atomenergie entscheide, <strong>muss ich für die Folgen Verantwortung übernehmen.</strong></p>
<p>Genau das tun einige Entscheider aber nicht.</p>
<p><strong>Sie bürden uns diese Folgen auf</strong>, wir sollen den Müll wegräumen, den Zigarettenrauch einatmen, den Krebs bekommen, die Folgen der Wirtschaftskrise tragen. Deshalb lieben es Regierungen auch so, wenn die Verantwortung dem Anderen an sich aufgebürdet wird, Gott, der Natur, der Wissenschaft, allen allgemeinen Begriffen.</p>
<p><strong>Einige Entscheider lieben es, ihre Entscheidungen zum Problem anderer Leute zu machen.</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Vom Ich zum Wir&#8221; heisst in der Gesellschaft zu oft: Ich entscheide und Wir trägt die Verantwortung für die Folgen.</p></blockquote>
<p>&#8220;Entropisches Resignieren&#8221; ist auch nur eine Form diese Aufbürdens von Verantwortung an jemand anderen, hier an die &#8220;Entropie&#8221;.</p>
<p>Da lob ich mir doch Leute, die bei jedem gefällten Baum wie Idefix jaulen und <a title="Chris Jordan" href="http://www.chrisjordan.com/current_set2.php?id=11" target="_blank">Abfälle fotografieren</a> <strong>um diese Verantwortung wieder sichtbar zu machen</strong> und damit in den Verantwortungsbereich von Entscheidern zurückzuführen.</p>
<p><strong>Bei Freiheit geht es um die Übernahme der Verantwortung für die eigene Entscheidung</strong>, nicht um die Möglichkeit einer richtigen, falschen oder überhaupt einer Entscheidung.</p>
<p><strong>Die Freiheit beginnt so nach der Entscheidung, nicht vorher.</strong></p>
<p><strong>Menschliche Freiheit ist die Einsicht, die Not zu wenden, die aus meinen Entscheidungen folgt.</strong></p>
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		<title>Freiheit vs. Willkür</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jul 2008 03:16:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Spinoza]]></category>
		<category><![CDATA[Toth]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Grenze der Freiheit ist nicht die Notwendigkeit, sondern die Willkür! (Toth nach Spinoza) Weil jegliche Freiheit des Willens nur beschnitten werden kann durch andere Freie Willen, welche mich daran hindern zu dürfen oder zu können ist der Freiheitsgrad ein Ergebnis des Aushaltens, der Toleranz oder der Verhandlung, niemals aber des Durchsetzens. Freiheit scheint so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Grenze der Freiheit ist nicht die Notwendigkeit, sondern die Willkür! (Toth nach Spinoza)</p>
<p>Weil jegliche Freiheit des Willens nur beschnitten werden kann durch andere Freie Willen, welche mich daran hindern zu dürfen oder zu können ist der Freiheitsgrad ein Ergebnis des Aushaltens, der Toleranz oder der Verhandlung, niemals aber des Durchsetzens.</p>
<p>Freiheit scheint so nur als vollständig passiv diskutierbar zu sein. Das heisst nicht, dass es zur Durchsetzung der Freiheit nicht der Aktion des Willens bedarf. Nur, diese Aktion selbst ist nicht frei sondern notwendig. Die Not zu wenden ist ein unabweisbarer Akt, zu dem ich im Interesse meiner Freiheit verurteilt bin. Ich begebe mich in Abhängigkeit von einer definierten Notwendigkeit um die Freiheit zu erlangen. Ist die Freiheit jedoch erlangt muss ich die Notwendigkeit abstreifen, das meint, jegliches Wollen durch Hingabe an die Natur der Sache ersetzen.</p>
<p>Das Gegenteil der ehernen Notwendigkeit ist die Freiheit des Wassers, das die Schärfe einer Schneide nie spüren kann, weil eine Schneide für das Wasser nicht existiert, das sich einfügt in eine Kontur wie der sanfte Atem eines Pferdes sich einfügt in meinen Atem.</p>
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		<title>Der Name des Scheins im Spiegel</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jul 2007 16:49:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Berkeley]]></category>
		<category><![CDATA[Lacan]]></category>
		<category><![CDATA[Name]]></category>
		<category><![CDATA[Sartre]]></category>
		<category><![CDATA[Schein]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiegelstadium]]></category>
		<category><![CDATA[Spinoza]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf die (psycho-)analytisch erste Frage, die sich in der Regel auf das Sein bezieht: &#8220;Wer bist du?&#8221; erhalten wir als Antwort typischerweise nur den Namen einer Sache oder eines Sachverhaltes. Genau genommen erhalten wir auf die Frage nach dem Wesen einer Sache eine Antwort, die den Namen des Scheins einer Sache enthält: &#8220;Ich bin Martin!&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf die (psycho-)analytisch erste Frage, die sich in der Regel auf das <strong>Sein</strong> bezieht:  &#8220;Wer bist du?&#8221; erhalten wir als Antwort typischerweise nur den <strong>Namen</strong> einer Sache oder eines Sachverhaltes. Genau genommen erhalten wir auf die Frage nach dem Wesen einer Sache eine Antwort, die den <strong>Namen des Scheins</strong> einer Sache enthält: &#8220;Ich bin Martin!&#8221;</p>
<p>Auf die vertiefenden Fragen: &#8220;Und was bist du wirklich &#8230;?&#8221; oder &#8220;Wer bist du wirklich?&#8221;  folgt die Verwendung weiterer Nominalisierungen, die in ihrer Konkretheit ein Bild ergeben, mittels dem wir uns ab einem gewissen, je nach Objekt verschiedenen, Grad von Komplexität zufrieden geben: &#8220;Ich bin Tischler, habe ein Haus und zwei Kinder, meine Frau lebt von mir getrennt &#8230;&#8221; (Das heisst im Klartext: Meinen Beruf nennt man Tischler, ich bin der der zwei Kinder hat, ich bin einer, der getrennt von seiner Frau lebt &#8230;  u.s.w.).</p>
<p>Trotz &#8211; und weil &#8211; die Frage nach dem Sein der diskutierten Sache immer noch nicht beantwortet ist, weil sie zu abstrakt gestellt wurde, geben wir uns ziemlich schnell ungeduldig <strong>mit dem Bild das uns eine/-r von sich gibt</strong>, zufrieden.</p>
<p>Doch woher hat der Befragte das Bild? Was beschreibt er da? Wir wissen mittlerweile, dass die Realität, die beschrieben werden kann, die jeweilige Form der Repräsentanz von Wirklichkeit im Hirn des Befragten ist &#8211; <strong>subjektive Realität</strong>. Wir erfahren also gar nichts über die <strong>objektive Realität</strong> eines Dinges, sondern etwas über die <strong>Vorstellung</strong> <strong>des Dings</strong> im subjektiven Bewusstsein des Befragten.</p>
<p>Diese Vorstellungen kommen aus dem Spiegel, den uns Andere liefern. Alle Erfahrungen über uns stammen von anderen Menschen oder von der Wirklichkeit, die andere Dinge (Nicht-Ich, Nichtse) für uns haben. Selbst Dinge, die wir selbst gemacht haben, Kinder oder Werke oder Zerstörungen sind im Moment des Wahrnehmens Anderes &#8211; Fremdes.</p>
<p>Da wir selbst Andere für die Anderen sind, finden wir rasch partielle Ähnlichkeiten mit unserer Wahrnehmung, ähnlich jener aus welcher das befragte Ich sein Selbstbild bezogen hat.</p>
<p>&#8220;Der durch das Spiegelbild gestiftete Beginn meiner <strong>Identität</strong> ist zugleich der Beginn meiner <strong>Alienation</strong> &#8211; der Andersheit meiner selbst&#8221;, sagt <a title="Lacan" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Lacan">Lacan</a>.</p>
<p>Diese partielle, immer zerstückelte, Wahrnehmung erinnert das Subjekt jedoch unangenehm und schmerzhaft an die Zerstückelung, die es vor der Befragung des Spiegels an sich erfahren hat (Wir haben mit einiger Sicherheit nur einige Teile von uns wahrnehmen können, unsere Hände, Füsse, Teile unseres Leibes, nicht aber unsere Ohren oder unseren Hinterkopf oder das Innere unserer Leiber).</p>
<p>Aus dieser Wahrnehmung zieht das Subjekt das Begehren nach Ganzheit, nach der Aufhebung der Zerstückelung.</p>
<p>Da der Spiegel aber der Spiegel von Anderen ist über die wir keine oder nur eingeschränkte Macht besitzen, sind jene, sosehr wir ihrer Meinung als Spiegel bedürfen, Quelle von Schmerz, Fortsetzung der Zerstückelung, der Entfremdung, des Mangels &#8211; damit Gegenstand des Begehrens.</p>
<p><strong>Die Hölle, das sind die Anderen, die wir begehren</strong> &#8211; könnte eine Erweiterung von <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Paul_Sartre">Sartre</a>&#8216;s Satz lauten.</p>
<p><strong>&#8220;Sein heißt &#8211; wahrgenommen werden&#8221;</strong>, so verstehe ich hier <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Berkeley">Berkele</a><a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Berkeley">y.</a></p>
<p>Ob allerdings die unangenehme Seite der Abhängigkeit dominierend sein muss, bezweifle ich. Im Spiel der gegenseitigen Abhängigkeiten entfalten sich Trauer und Freude, Leiden und Tat. Die Entscheidung, was als welches gilt liegt in vielen Fällen bei uns:</p>
<p>&#8220;Denn man muss vor allem festhalten, daß es <strong>ein und dasselbe Begehren</strong> ist, wonach der Mensch sowohl als <strong>handelnd</strong> wie als <strong>leidend</strong> gilt.&#8221; (<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spinoza">Spinoza</a>)</p>
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