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	<title>Philspass &#187; Philosophie</title>
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  <title>Philspass</title>
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		<title>Lothar Kühne, das Wesen des Menschen und die Zibetkatze</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 13:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Lothar Kuehne]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer der wenigen Artikel der &#8220;Deutschen Zeitschrift für Philosophie&#8221;, welche ich verstanden habe und welche mich tief und bis heute beeinflusst haben, handelte über das Wesen des Menschen in den Marx&#8217; schen Feuerbachthesen. Und dieser Artikel war von Lothar Kühne (Lothar Kühne, Zu Marx‘ Bestimmung des ‚menschlichen Wesens‘ in der 6. Feuerbachthese, in: Deutsche Zeitschrift [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer der wenigen Artikel der &#8220;Deutschen Zeitschrift für Philosophie&#8221;, welche ich verstanden habe und welche mich tief und bis heute beeinflusst haben, handelte über das Wesen des Menschen in den Marx&#8217; schen Feuerbachthesen.</p>
<p>Und dieser Artikel war von <a rel="external" href="http://www.weltfilter.de/1menschen/kuehnelothar.html" target="_blank">Lothar Kühne</a> (Lothar Kühne, Zu Marx‘ Bestimmung des ‚menschlichen Wesens‘ in der 6. Feuerbachthese, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 7 (1979), hier S. 811.).</p>
<p><span id="more-727"></span>Besonders gefiel mir seine Definition der &#8220;Wirklichkeit&#8221;.</p>
<blockquote><p>Marx schreibt in der 6. These: &#8220;Feuerbach löst das religiöse Wesen in das <em>menschliche</em> Wesen auf. Aber das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum innewohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dieser Satz war für die DDR Philosophie sehr wichtig, wurde doch aus ihm die Priorität des Kollektivs und die Sekundarität des Individuums abgeleitet.</p>
<p>Kühne nun beachtete diese Interpretation gar nicht und erklärte einen ganz anderen Zusammenhang, nämlich den der &#8220;<strong>Wirklichkeit</strong>&#8220;. Dieser Begriff, der in dem kurzen Text der Feuerbachthesen 6 Mal vorkommt, wird auch heute noch sehr oft mit dem der &#8220;objektiven Realität&#8221; verwechselt. Kühne macht ihn aber an der <strong>Wirkung</strong> fest.</p>
<p>Ganz einfach: <strong>Wirklich ist, was und insofern es auf mich, den aktiven oder passiven Betrachter wirkt.</strong> Indien, oder die Zibetkatze  ist für mich eine Idee &#8211; subjektive Realität, ideelle Wirklichkeit, so lange Indien oder die Zibetkatze nur als Idee oder Worte anderer Menschen auf mich wirken. Fahre ich nach Indien, um mich der objektiven Wirkung dieses Landes auszusetzen oder sehe ich eine Zibetkatze im Zoo, beides setzt meine körperliche Anwesenheit &#8211; Nähe voraus, ändert sich meine subjektive Wirklichkeit weil ich meine objektive Wirklichkeit verändert habe.</p>
<p>Diesen Effekt hat, glaube ich auch Egon Erwin Kisch am Beispiel der Zibetkatze beschrieben. Er hatte in der Schule alles darüber lernen müssen, aber als er zum ersten Mal in einem Prager Zoo eine Zibetkatze lebendig sah, brauchte er eine ganze Weile, um die subjektive Realität &#8220;Zibetkatze&#8221; welche sich bei ihm durch die Schule gebildet hatte, mit der objektiven Realität &#8220;Zibetkatze&#8221;, wie er sie nun im Zoo erlebte, zusammen zu bringen.</p>
<p>Auch Gott existiert für mich wirklich so lange als eine Person in den Wolken als meine von den Worten meiner Mitschüler oder Lehrer geformte subjektive Realität, bis ich die Fakten, welche für mich die Definition Gottes ausmachen, objektiv untersucht habe, also über die Wolken geflogen bin und dort keinen Gott angetroffen habe. Wenn die erfahrbare objektive Realität nicht mit meiner subjektiven Realität übereinstimmt, ändert sich die Wirklichkeit, welche Gott für mich hat. Also so lange ich nicht selbst über allen Wolken nachgesehen habe, existiert Gott für mich wirklich als eine Person in den Wolken.</p>
<blockquote><p>Das ist Hintergrund dieser, Mark Twain zugeschriebenen Feststellung: &#8220;<strong>Nichts ist schwerer zu beweisen als die Nichtexistenz von etwas das nicht existiert!</strong>&#8220;</p></blockquote>
<p>Wirklichkeit entsteht also zum einen passiv, also was sich meiner Wahnehmung stellt, und zum Anderen aktiv, also wenn ich durch eine Tat meinen Gegenstandsbereich derart verändere, dass sich meine Wirklichkeit ändert.</p>
<p>Dabei ist die Art dieser Realität <strong>(Reales ist, was durch meine Wirklichkeit in meiner Wahrnehmung entsteht, aus der Kombination meiner inneren Filter und Fähigkeiten und dem was von aussen als Reize zur Verfügung steht)</strong> gleichgültig gegenüber deren subjektiven oder objektiven Charakter.</p>
<p>Sagen wir, wenn ich unter den DDR Philosophen gelitten habe, werde ich jeden neuen DDR-Philosophen erst mal unter dem Aspekt meiner bisherigen Wirklichkeit &#8220;lesen&#8221;. Erst wenn ich, so wie mit <strong>Lothar Kühne</strong> einen wirklich bedeutenden DDR Philosophen erfahre, und sich damit meine Wirklichkeit ändert, kann sich (muss nicht!) auch meine subjektive Realität von DDR Philosophen modifizieren.</p>
<p>Ich habe den Artikel nicht mehr im Original vor mir, aber eine kurze Recherche im Internet zeigt mir, dass Lothar Kühne auch heute noch ein hoch angesehener DDR-Philosoph ist.</p>
<p><strong>Lothar Kühne</strong> starb sechs Jahre nach dieser Veröffentlichung 1985 <a rel="external" href="http://www.weltfilter.de/1menschen/kuehnelothar.html" target="_blank">&#8220;von eigener Hand&#8221;</a> und ich werde das Gefühl nicht los, dass das auch mit seiner Wirklichkeit zu tun hatte.</p>
<p>Meine Wirklichkeit hat Lothar Kühne damals jedenfalls mit einem einfachen Satz gründlich verändert und dafür bin ich ihm noch immer dankbar.</p>
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		<title>Informatik und Philosophie</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2010/07/20/informatik-und-philosophie/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 11:50:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Informatik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Philosophie kann ihre Konzepte und  Modellierungswelten ebenfalls ergründen, es sind die Wissenschaften, auch mit Hilfe von Informatikern und Computern, welche das jeden Tag tun. Das Ergründen der Welt ist allerdings im Computer bei weitem ungefährlicher und weniger aufwendig.

Philosophie muss getrennt werden von Ideologie und Religion, aber nicht getrennt von der Wissenschaft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Permanent Link: 17 Fragen an… Dominikus Herzberg von “denkspuren”" rel="bookmark" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/2008/07/17-fragen-an-dominikus-herzberg-von-denkspuren/" target="_blank">Dominikus Herzberg von “denkspuren”</a> erklärt in seiner Antwort auf eine von 17 Fragen im <a rel="external" href="http://www.wissenschafts-cafe.net" target="_blank">Wissenschaftscafe</a>:</p>
<blockquote><p><span style="font-size: small;"><span>&#8220;6. Wie erklärt man in drei Sätzen, weshalb Wissenschaft dennoch faszinierend ist?</span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Die Informatik ist für mich so etwas wie angewandte Philosophie!</strong></span><br />
<span style="font-size: small;"><span>Die Informatik ist für mich so etwas wie angewandte Philosophie! Ich denke in Konzepten und Modellierungswelten, kann sie aber — im Gegensatz zum Philosophen — mit dem Computer ergründen. Und so mache ich immer wieder für mich kleine, spannende Entdeckungen, was so manchen Anlass für ein Blog-Posting gibt.&#8221;</span></span></p></blockquote>
<p>Was lese ich hier?</p>
<ul>
<li>Erstens, Herr Prof. Herzberg hat eine hohe Meinung von Philosophie. Danke, höre ich gerne.</li>
<li>Zweitens, er glaubt, dass Philosophie in Konzepten und Modellierungswelten denkt. Hmm …</li>
<li>Drittens, Herr Herzberg glaubt scheinbar, dass Philosophie diese Konzepte und Welten nicht ergründen könne. Hmm … Hmm …</li>
</ul>
<p>Was stört mich hier eigentlich?</p>
<p><span id="more-719"></span>Jede Wissenschaft ist angewandte Philosophie, ob das nun der Wissenschaftler weiss, anerkennt, möchte oder nicht. Insofern ist der Satz eine Tautologie oder bestenfalls ein &#8220;Ja, wir auch!&#8221;  Ich bin der Meinung, in jedem Moment, in dem Philosophie angewandt wird, verwandelt sie sich in eine Wissenschaft und macht sich irgendwann selbständig. Gerade ich, der in der Tradition einer &#8220;wissenschaftlichen Weltanschauung = marxistisch, leninistische Philosophie&#8221; erzogen wurde, sollte auch die Philosophie selbst als Wissenschaft begreifen wollen. Aber doch verspüre ich hier ein deutliches Unbehagen. Es ist das gleiche Unbehagen, was ich spüre, wenn mich jemand fragt &#8220;Aha, du bist Philosoph! Welche Philosophie vertrittst du?&#8221; Ich möchte auch die Geisteswissenschaften und die Gesellschaftswissenschaften durchaus von der Philosophie unterscheiden. Und ich möchte Philosophie vom Glauben und von Parteilichkeit unterscheiden.</p>
<p>Zu oft wird das Vertreten eines Standpunktes mit Wissenschaftlichkeit verwechselt. Zu oft ist das Vertreten eines Standpunktes die Basis für die Anerkennung durch eine jeweils offizielle Wissenschaft. <strong>Aber Philosophie vertritt keine Standpunkte, Philosophie produziert Standpunkte. </strong>Philosophie macht genau das, wonach Archimedes in seiner Begeisterung über die Entdeckung der Hebelgesetze gerufen hat: &#8220;Gebt mir einen festen Punkt – und ich werde die Welt aus den Angeln heben&#8221; Diese festen Punkte gibt die Philosophie und das, indem sie an allen möglichen Punkten zweifelt, sie flüssig macht und auflöst.</p>
<p>Der zweite Satz ist eine Rückwärtsdefinition, welche in der Diskussion sehr oft vorkommt. Herr Herzberg spricht über seine eigene Denkweise. Er hat das Wörtchen &#8220;auch&#8221; welches in diesem Satz mitschwingt, nicht ausgesprochen.<strong> Leider ist die spekulative Philosophie fast gänzlich aus der Mode gekommen.</strong> Die Produktion neuer Modelle, Welten und Konzepte ist fast gänzlich hinter die Kritik der bestehenden Modelle, Welten und Konzepte zurückgetreten. Ich fände es schön, wenn es mehr Philosophie geben würde, welche in Konzepten und Modellierungswelten denkt.</p>
<p>Wenn die Wirklichkeit die Prüfung der Philosophie ist (The proof of the Pudding is the eating) so ist die Prüfung von philosophischen Vorschlägen der letzten hundert Jahre recht blutig ausgefallen. Kein Wunder wenn nicht mehr allzuviel Leute Lust auf weitere Prüfungen weiterer philosophischer Theorien auf ihrem Rücken haben.</p>
<p>Der (scheinbare) Untergang der großen Systeme und Modelle hat Zweifel an der Modellierbarkeit von Welten und an den Modellen selbst gesät. Philosophen tun zur Zeit das, wofür sie schon immer am besten bezahlt wurden: das Bestehende erklären, rechtfertigen und ein bisschen reformieren.</p>
<p>Wenn Informatiker Ihre Theorien, Modelle und Konzepte in ihren Computern prüfen, tun sie etwas anderes, sie überprüfen spekulative Konzepte und Modelle in ihren Computern. Vielleicht hat Herr Herzberg in seinem dritten Satz das gemeint.</p>
<p>Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb der eigentliche Forstschritt zur Zeit nicht in der Philosophie, aber in den Naturwissenschaften stattfindet.</p>
<p>Philosophie könnte ihre Konzepte und  Modellierungswelten ebenfalls ergründen, wie die Wissenschaften, auch mit Hilfe von Informatikern und Computern, welche das jeden Tag tun. Das Ergründen der Welt ist allerdings im Computer bei weitem ungefährlicher und weniger aufwendig.</p>
<p>Philosophie muss getrennt werden von Ideologie und Religion, aber nicht getrennt von der Wissenschaft.</p>
<p>Deshalb sollte statt einer Unterscheidung von der Philosophie die Integration von Philosophie und Wissenschaft stattfinden. Überprüfung philosophischer Aussagen mittels Computern &#8211; das ist doch mal eine Idee, oder nicht?</p>
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		<title>Drei Stufen der Erkenntnis</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2009/11/20/drei-stufen-der-erkenntnis/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 07:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Axiome]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Judas Iscariot]]></category>
		<category><![CDATA[Marx]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Zweifel]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Stufen gibt es im Erkenntnisprozess: Glauben &#8211; Reaktion Zweifel &#8211; Revolution Wissen &#8211; Konservation Durch diese Stufen müssen wir immer durch,  wir haben keine Chance, nicht beim einfachsten Gedanken, das Schlimmste was uns passieren kann ist, dass wir auf einer Stufe hängen bleiben (Gläubiger, Skeptiker, Lehrer). Nur der Weise (oder natürlich DIE Weise) kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Drei Stufen gibt es im Erkenntnisprozess:</strong></p>
<ol>
<li> Glauben &#8211; Reaktion</li>
<li>Zweifel &#8211; Revolution</li>
<li>Wissen &#8211; Konservation</li>
</ol>
<p>Durch diese Stufen <strong>müssen</strong> wir immer durch,  <strong>wir haben keine Chance,</strong> nicht beim einfachsten Gedanken, das Schlimmste was uns passieren kann ist, dass wir auf einer Stufe hängen bleiben (Gläubiger, Skeptiker, Lehrer). Nur der <strong>Weise</strong> (oder natürlich DIE Weise) kann aus diesem Prozess heraustreten UND gleichzeitig in der Spirale der Entwicklung der Erkenntnis aufsteigen.</p>
<p>Und dann geht es wieder von Vorne los, denn das <strong>Wissen wird Glauben</strong>.</p>
<blockquote><p><span id="more-499"></span><strong>Jegliches Wissen beginnt mit dem <em>Glauben</em>.</strong></p></blockquote>
<p>Wir lernen zu glauben, dass <strong>Eins</strong> existiert, dass die <strong>Arbeiterklasse</strong> die Rettung für die Menschheit bringen kann, dass die <strong>Partei</strong> immer recht hat, dass es einen <strong>Gott</strong> gibt, oder mehrere, dass es <strong>Atome</strong> gibt und <strong>Elektronen</strong>, dass Menschen vernunftbegabt sind, dass <strong>Mutti und Vati</strong> immer lieb sind und wenn, dann gerecht strafen. Überhaupt spielen Strafen in dieser Phase eine grosse Rolle.</p>
<p>Wir werden von <strong>Reaktionären</strong> erzogen! Und der wichtigste Teil dieser Erzieherinnen sind: <strong>Frauen</strong>. Schon mal darüber nachgedacht, warum gerade Frauen so gerne Lehrerinnen werden wollen, besonders für den Kindergarten, die Grundstufe? (Wie haben sich die Revolutionäre und die Feministinnen gewundert, als sie nach der Befreiung der Frauen feststellten, dass die Frauen natürlich reaktionär sind, Überträgerinnen der Tradition, Erzieherinnen der Machos unter denen sie dann später als Ehefrauen angeblich leiden &#8211; Die beliebtesten Witze, Ehefrauenwitze, Schwiegermutterwitze, kommen aus dieser Spannung).</p>
<p>Uns <strong>glauben zu machen</strong> ist die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer. In der Schule, wie auch immer sie geartet ist,  werden wir mit <strong>Namen, Zahlen, Daten, Fakten, Grundannahmen</strong>, <strong><a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Axiom" target="_blank">Axiomen</a>,</strong> mehr oder weniger aggressiv bekannt gemacht. Wer nicht glaubt und die Glaubenssätze nicht exakt wiedergibt, wird bestraft, mit dem Rohrstock, der Verweigerung des ewigen Lebens oder der Drohung mit dem ewigen Leben, der Hölle auf Erden oder der Hölle in der Zukunft (Aus dir wird sowieso nichts!) oder wenigstens schlechten <strong>Zensuren</strong>.</p>
<p>Diese Grundanahmen also werden mit <strong>Fremdworten (Fachsprache) und Autoritäten</strong> belegt: Es steht geschrieben &#8230;, Schon Einstein (Jesus, Moses, Goethe, Gauss &#8230;) hat gesagt &#8230;, der Grosse Führer lehrte uns &#8230; <strong>Die Lehrer der Menscheit sind immer gross</strong> (der grosse Buddha, der grosse Karl Marx) grösser als wir, so wie unsere Eltern einst waren, auch wenn sie uns körperlich kaum bis zu Nase gereicht hätten.</p>
<p>Dummköpfe welche ihrer eigenen Autorität nicht trauen, wie einige Diktatoren, benötigen deshalb auch Persönlichkeitsverstärker wie <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tiara" target="_blank">hohe Mützen</a>, hohe Häuser oder grosse Autos, nicht um zu kompensieren, sondern um zu unterstreichen, was sie selbst nicht glauben.</p>
<p><strong>Diese Grundannahmen werden nicht belegt, nicht bewiesen.</strong> Ich habe ewig gebraucht um die Technik des mathematischen Beweises zu verstehen. (Wenn … dann) denn es wird eben zum Beispiel die Basis der mathematischen Behauptung der <strong>Infinitesimalrechnung</strong>: Gegeben <strong>sei</strong> eine Wesenheit (Entität), die nicht Null ist aber doch unendlich gegen Null geht, also etwas, was <strong>Null UND nicht Null</strong> ist, nicht bewiesen. Diese muss geglaubt werden.</p>
<p>Also statt: Ich beweise, dass Eins (Gott, Evolution, die Zibetkatze) existiert -&gt; Wenn ich annehme (glaube), dass Eins (Gott, Evolution, die Zibetkatze) existiert, dann kann ich ein ganzes Gebäude von  Wissen darauf errichten, <strong>in sich</strong> schlüssig, logisch und klar, <strong>herr</strong>lich. Mit diesem Gebäude kann ich dann weiter bis zu einem gewissen Grad der Genauigkeit die Welt erklären, Computer bauen, Seelen versorgen, trösten oder aufhetzen.</p>
<p>In dieser Stufe ist Zweifel unangebracht und wird von Lehrkräften erbittert verfolgt. Deswegen heissen sie auch Lehr<strong>kräfte</strong> und werden mit allen möglichen Mitteln vom Rohrstock bis zum Computer ausgestattet.</p>
<p>Die höchste Stufe des Gläubigen ist der <strong>Gelehrte</strong>, seine Perversion der Beckmesser.</p>
<blockquote><p><strong>„De omnibus dubitandum“ (lat.: An allem ist zu zweifeln)</strong></p></blockquote>
<p>Die schlimmste Frage, die eine Schülerin einem Lehrer stellen kann ist: Wirklich? Woher wissen Sie das? Will sie nicht weniger als der Lehrer sein, muss sie Autoritäten umstossen, Lehrsätze widerlegen, Glaubenssätze hinterfragen.</p>
<p>Plötzlich stellt sich heraus, dass der heilige Lehrer mit der Lehrerin ein Verhältnis hat, der grosse Führer gelegentlich aufs Klo muss oder andere Sch… baut, die grosse Wahrheit auf wackligen Füssen steht, die <strong>Namen</strong> ausgedacht, die <strong>Zahlen</strong> gefälscht, die <strong>Fakten</strong> in der Erinnerung verwechselt,<strong> die Grundannahmen</strong> &#8211; <strong>Axiome </strong>absurd sind und, mehr noch gerade wegen der Absurdität geglaubt wurden (<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Credo,_quia_absurdum_est" target="_blank">credo quia absurdum</a>).</p>
<p>Kluge Regierungen wissen, dass <strong>einen revoutionären Gedanken zu drucken der kürzeste Weg ist, ihn zu erledigen</strong>. Vielleicht machen es Diktatoren in ihrer unendlichen und unbegreiflichen Weisheit den Revolutionären mit Zensur, Redeverboten und Druckverboten gerade deshalb so schwer, weil sie wissen, dass die Ideen, welche wirklich tragfähig sind (Ach es ist so viel Geschwätz da draussen, meines natürlich gehört nicht dazu!) nur im Widerstand, in der Ver<strong>zweifl</strong>ung reifen können und sich doch letztendlich durchsetzen werden? Vielleicht opfern sich Zensoren auf, zerstören ihren Ruf wie <a rel="external" href="http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/e/referenz/47923///cache/d77c77f7bb/">Judas</a>, töten die Propheten um die Prophezeiung wahr werden zu lassen und bekannt, bevor der Prophet selbst alt wird und seine Ideen relativiert oder zurücknimmt? Kaum etwas ist hässlicher als ein alter Revolutionär.</p>
<p>Sollten wir <strong>Judas Iscariot</strong> dafür wirklich hassen, dass er es Jesus von Nazareth möglich gemacht hat, die Rolle des Lamms zu spielen, getötet und konserviert, lesbar zu werden? (Vgl. auch &#8220;Der Fall Judas&#8221; von Walter Jens, auch <a rel="external" href="http://www.daskirchenjahr.de/tag.php?name=judasiskariot&amp;zeit=HeiligeWoche" target="_blank">hier</a> und <a rel="external" href="http://www.newyorker.com/arts/critics/atlarge/2009/08/03/090803crat_atlarge_acocella">hier</a>). Ich weiss, das klingt zynisch, aber das ist eine der Rollen des Wissenschaftlers, zynisch zu sein, weil er und manchmal auch sie, wissen wie das so läuft, das Leben und alles. Daher die <a rel="external" href="http://www.witzepur.de/arzt.php" target="_blank">zynischen Witze</a> der Ärzte.</p>
<p>Welten brechen zusammen, Gesellschaftssysteme geraten ins Wanken, <a rel="external" href="http://www.miriup.de/spur/3.1.html" target="_blank">Materie verschwindet</a>, neue Religionen entstehen (<a rel="external" href="http://www.google.com/search?q=Es+steht+geschrieben%2C+ich+aber+sage+Euch&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">Es steht geschrieben, ich aber sage Euch</a>!). Die Ehefrau (oder manchmal auch der Mann) ist <strong>nicht</strong> treu, überhaupt wird alles plötzlich unklar unscharf, undeutlich, selbst das Geschlecht wird unklar und wir wissen nicht mehr ob wir Männchen oder Weibchen sind.</p>
<p>Am Ende liest sich die Welt wie das Buch eines<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strukturalismus" target="_blank"> französischen Strukturalisten</a>, klug, aber unverständlich.</p>
<p>In dieser <strong>Pubertät des Denkens</strong> werden wir alle Revoutionäre, wir pfeifen auf die Tradition, tun genau das, was uns verboten wurde, sägen an Stühlen, öffnen verbotene Türen oder treten sie ein, verlassen Vater und Mutter wegen verrückter Ideen (die wir vorher selbst ver-rückt haben wie alte Möbel um den Dreck darunter hervorzukehren oder den Schatz zu finden), werden <strong>Ein Fleisch</strong> mit <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sophia" target="_blank">Sophia</a> , die sich als ein Flittchen herausstellt, das  mit jedem und jeder schläft und auch noch Spass und nicht die geringsten Bedenken dabei hat. Die <strong>Liebe</strong> ist hier in ihrer heissesten Phase, das ewig Weibliche zieht uns hinan oder hinab, meistens Beides in Wechselbädern der Gefühle.</p>
<p><strong>Die Revolution ist weiblich, </strong><strong>so lange, bis die Kinder kommen</strong>, die neuen Erkenntnisse, die gepflegt werden müssen und versorgt, so lange sie und weil sie so zart, so zerbrechlich, so hart errungen.</p>
<p>Die Kinder sind das neue Wissen, die Erkenntnis.</p>
<blockquote><p><strong>Das <em>Wissen</em> ist  das Ende des Zweifels</strong></p></blockquote>
<p>Nachdem wir ganz genau nachgesehen, den Vorhang gehoben, unter den Rock geschaut, die Eingeweide gelesen, die Zeichen gedeutet, die Säulen umgestossen, die Werte umgewertet, die Eltern widerlegt, Erfahrungen gemacht haben, müssen wir unsere <strong>neuen Erkenntnisse</strong> schützen, bewahren, mitteilbar machen.</p>
<p>Wir haben Überzeugungen gewonnen, unsere Zeugen sind durch unsere Erfahrungen <strong>Über-Zeugt</strong> worden. Wir haben in unseren wilden Nächten gezeugt und nun sind sie da, die Kinder, die Früchte unserer Erkenntnis, unser Herzblut, unsere Babies. Und diese sind schwach, zarte Pflänzchen.</p>
<p>Wir erzeugen <strong><em>neue</em> Namen, Zahlen, Daten, Fakten, Grundannahmen</strong>, <strong>Axiome.</strong></p>
<p>Wir nennen sie <strong>Neu</strong>. Wir nennen sie <strong>Fortschritt</strong>, wir nennen sie <strong>Entwicklung</strong>, wir nennen sie <strong>wahres Wissen</strong>. Wir schreiben sie fest in Büchern. Wir lehren sie den Lehrern. Wir machen sie konservierbar. Was wir mitunter vergessen, ist, dass die Konserve tot ist. <strong>Bücher sind die Särge des Wissens</strong>, Bibliotheken Friedhöfe, in denen wir mit den Toten sprechen.</p>
<p>Damit können nun auch unsere reaktionären Lehrer wieder leben, sie bezahlen die Bibliotheken, sie bezahlen die Universitäten. Totes Wissen ist nicht mehr so gefährlich, ein Teil der Toten wird für einige Zeit in gesonderte Bereiche (restricted Areas, Giftschränke) ausgelagert. Mit grosser Vorsicht werden sie adaptiert, umgedeutet, angepasst und eingepasst, werden sogar hoffähig. <a rel="external" href="http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/11/01/stephen-hawking/papst-trifft-kluegsten-menschen-der-welt.html" target="_blank">Hawkins darf den Papst treffen</a>, Richard Dawkins wird gedruckt.</p>
<p>Tja, und dann geht alles wieder von vorne los. Wissen wird geglaubt, Glaube wird bezweifelt, Zweifel wird verifiziert zu Wissen. Wenn wir Glück haben, wird das Wissen mehr, manchmal steht aber am Ende der Nichtung des Wissens auch nur die Erkenntnis von der Nichtigkeit alles Wissens. Das sind die Fälle, wo die besonders reinen Formeln entstehen, die sich dann in <strong>Zitate</strong> verwandeln:</p>
<blockquote><p><em></em><em>E = mc<sup>2 </sup></em><sup>(Einstein)</sup></p>
<p>&#8220;Cogito, ergo sum&#8221;<sup>(Descartes)</sup></p>
<p>&#8220;Die Proletarier dieser Welt haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!&#8221;<sup>(Marx/ Engels)</sup></p>
<p><em>„Erkenntnis der Einheit aller Wesen und Askese, Verneinung des Willens zum Leben allein kann uns erlösen, nicht der Selbstmord, der nur die individuelle Erscheinung des Allwillens vernichtet“</em> <sup>(Schopenhauer)</sup></p></blockquote>
<p><strong>Das Zitat ist der Moment, in dem sich Wissen in Glauben verwandelt.</strong></p>
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		</item>
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		<title>Arroganz und Überheblichkeit der Philosophen</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2009/03/29/arroganz/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 04:53:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine meiner wichtigsten Erfahrungen beim Schreiben ist, dass falscher Respekt vor anderen Meinungen nicht hilft. Was im Alltag wichtig ist, die Fähigkeit zur kritiklosen Anerkennung des Existenzrechtes anderer Auffassungen, ist im wissenschaftlichen Alltag gefährlich. Hier ist an ALLEM zu zweifeln, alles in Frage zu stellen und jede(r) Andere als potentieller Dummkopf oder möglicherweise im Irrtum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine meiner wichtigsten Erfahrungen beim Schreiben ist, dass falscher Respekt vor anderen Meinungen nicht hilft. Was im Alltag wichtig ist, die Fähigkeit zur kritiklosen Anerkennung des Existenzrechtes anderer Auffassungen, ist im wissenschaftlichen Alltag gefährlich. Hier ist an ALLEM zu zweifeln, alles in Frage zu stellen und jede(r) Andere als potentieller Dummkopf oder möglicherweise im Irrtum befangen, zu sehen.<br />
So hat zum Beispiel Heidegger, der sich als Schüler von Husserl sieht, in seiner Einleitung zu den Grundproblemen der Phänomenologie Sätze geschrieben, die das <strong>grundsätzliche</strong> Husserlsche Herangehen in Frage stellen, sein Werk als grossen Fehler entdecken.</p>
<blockquote><p><strong>Einen Wissenschaftler ehren und respektieren heisst, sich auf seine oder ihre Schultern zu stellen, ihn zu treten, sich über ihn zu erheben, die Leiter wegzuwerfen</strong> (war ne gute Leiter, aber nun brauche ich mich nicht mehr leiten lassen!).</p></blockquote>
<p>Respekt erweisen heisst in der Wissenschaft, diese Thesen als Leiter, als Schulter, als Stütz-punkt  zu akzeptieren. Das heisst nämlich auch Vertrauen und Achtung. Kein Wunder dass Wittgenstein genau das in seinem <a title="Google Suche" href="http://www.google.com/search?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&amp;hs=8Yo&amp;q=wittgenstein+leiter+wegwerfen+tractatus&amp;btnG=Suche&amp;lr=" target="_blank">berühmten Satz</a> <strong>eingefordert</strong> hat!<br />
Auf die Aussagen eines schleimigen, unklaren, unsicheren oder gar verlogenen Schreibers kann sich keiner stützen. Wir würden mit unserer Denkbasis zusammenbrechen.<br />
Die Fundamente unserer Philosophien können nur mit den klaren Gedanken gebaut werden, den genialen Fehlern und Einseitigkeiten, den Irrtümern welche entstehen, wenn jemand konsequent den falschen Weg bis zum Ende geht und uns den falschen Weg weist und damit erspart. Einen Philosophen ehren, heisst, ihn kritisieren. ihn (oder sie) der Kritik würdig zu finden. Genau das war es, worunter Nietzsche so gelitten hat: Dass zu seinen Lebzeiten kaum ein grosser Denker existierte, der ihn kritisiert hat, nur <strong>eine <em>Frau</em></strong>, die das konnte, Lou …<br />
Daher vielleicht sein Misstrauen und seine Abneigung gegenüber den <strong>anderen</strong> Frauen …</p>
<blockquote><p>Hegel sagt auch, dass die Philosophie nichts für den Pöbel ist, ihrer Natur nach etwas Esoterisches (&#8220;Über das Wesen der philosophischen Kritik überhaupt&#8221;) und Heidegger ergänzt: &#8220;Die Ansprüche und Maßstäbe des gesunden Menschenverstandes dürfen keine Geltung beanspruchen und keine Instanz darstellen bezüglich dessen, was Philosophie ist und was sie nicht ist.&#8221; (Grundprobleme der Phänomenologie. Klostermann. 1975 S. 19)</p></blockquote>
<p>Das dürften einige der Gründe sein, weshalb Philosophen oft als überheblich, respektlos und arrogant bezeichnet werden.</p>
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		<title>Über die Verständlichkeit von Philosophie</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Feb 2007 08:29:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Hegel]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Philosophie und philosophische Schriften gelten als schwer verständlich. Das ist bei Sätzen nachvollziehbar, wie: &#8220;Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen. Es ist von dem Absoluten zu sagen, daß es wesentlich Resultat, daß es erst am Ende das ist, was es in Wahrheit ist; und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Philosophie und philosophische Schriften gelten als schwer verständlich. Das ist bei Sätzen nachvollziehbar, wie:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen. Es ist von dem Absoluten zu sagen, daß es wesentlich <em>Resultat</em>, daß es erst am  <em>Ende</em> das ist, was es in Wahrheit ist; und hierin eben besteht seine Natur, Wirkliches, Subjekt, oder Sich-selbst-werden, zu sein. So widersprechend es scheinen mag, daß das Absolute wesentlich als Resultat zu begreifen sei, so stellt doch eine geringe Überlegung diesen Schein von Widerspruch zurecht. Der Anfang, das Prinzip, oder das Absolute, wie es zuerst und unmittelbar ausgesprochen wird, ist nur das Allgemeine. Sowenig, wenn ich sage: <em>alle</em> Tiere, dies Wort für eine Zoologie gelten kann, ebenso fällt es auf, daß die Worte des Göttlichen, Absoluten, Ewigen usw. das nicht aussprechen, was darin enthalten ist; – und nur solche Worte drücken in der Tat die Anschauung als das Unmittelbare aus. Was mehr ist, als ein solches Wort, der Übergang auch nur zu einem Satze, ist <em>ein Anderswerden</em>, das zurückgenommen werden muß, ist eine Vermittlung. Diese aber ist das, was perhorresziert wird, als ob dadurch, daß mehr aus ihr gemacht wird denn nur dies, daß sie nichts Absolutes und im Absoluten gar nicht sei, die absolute Erkenntnis aufgegeben wäre. (G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes. Vorrede)&#8221;</p></blockquote>
<p>Fremdworte, seltsame Formulierungen unverständliche Formulierungen  sind Blicke in fremdes Denken, aktuelles Denken in schriftlicher Form. So wird geschrieben, wenn geforscht wird. Wenn die Sachverhalte erst einmal begriffen und Allgemeingut der Menscheit geworden sind, können sie erst verständlich formuliert werden. Was Hegel hier sagt, ist, dass, wenn ich erfahren muss, dass meine Gedanken nur in meinem Kopf existieren und die lebendige Wirklichkeit dadurch nur immer subjektiv und nur unvollkommen beschrieben wird &#8211; mein Wunsch nach Wissenschaft nicht aufgegeben werden muss, denn der <em>Wunsch</em> ist es, das <em>Drängen</em>, nicht das Resultat, der trockene Buchstabe, in dem wir und für den wir leben.</p>
<p>Dieses Drängen selbst ist gerichtet und zwar von der abstrakten Allgemeinaussage &#8220;alle Tiere&#8221; hin zur Konkretion &#8220;aller&#8221; Eigenschaften und Beziehungen eines Sachverhaltes, zum Beispiel in der Wisenschaft der Zoologie, die für Hegel hier das Beispiel absoluten Wissens gibt.</p>
<p>Also: Habt Verständnis mit den Philosophinnen und Philosophen, die um Verständnis ringen!</p>
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		<title>Die Weisheit der jungen Menschen</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 16:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Griechen]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
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		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Weisheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Üblicherweise sprechen wir immer von den &#8220;Alten Griechen&#8221;. Aber die griechischen Philosophen waren nicht älter als wir, als sie dachten und schrieben. Ihre Philosophie dagegen war noch ganz jung und frisch: 1. Mythische Formen, Erzählungen und Geschichte-n sind erste Formen der Ver- und Übermittlung von Erfahrungen, die über die Dauer eines Menschenlebens hinausgehen. Diese Mythen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Üblicherweise sprechen wir immer von den &#8220;Alten Griechen&#8221;. Aber die griechischen Philosophen waren nicht älter als wir, als sie dachten und schrieben. Ihre Philosophie dagegen war noch ganz jung und frisch:</p>
<p>1. Mythische Formen, Erzählungen und Geschichte-n sind erste Formen der Ver- und Übermittlung von Erfahrungen, die über die Dauer eines Menschenlebens hinausgehen. Diese Mythen zu pflegen, zu verbreiten und zu tradieren war die wesentliche Tätigkeit der Priester (Rhapsoden, Sänger, Stammesälteste).<br />
2. Wir beobachten einen Übergang von der Dominanz der Erfahrung der <em>Ältesten</em> zur höheren Bewertung der <em>analytischen Erfahrung</em> der Gegenwart durch wissenschaftliche und wissenschaftsähnliche Erkenntnisse. Natürlich besteht ein Zusammenhang zur Kolonisierung in Kleinasien, die dortigen Städtegründungen stärkten die nicht- und antiaristokratischen (militärisch-demokratischen) gesellschaftlichen Lebensformen um 600 v.u.Z.<br />
3. Philo-Sophia (Liebe zur Weisheit) wird zu einer generalisierenden Bezeichnung für jegliche Formen der Suche nach Ursachen und Hintergründen, die sich nicht auf mythische Denkformen (nennende) beschränken.<br />
4. Weisheit beschränkt sich nicht mehr auf die Alten, die sich auf erlebte Erfahrung berufen, sondern erfaßt nun auch die jungen Menschen, die Wissen (erlernte Erfahrung) und Erfahrungsanalyse verbinden können. (Weisheit liegt nicht in den Jahren, sondern im Kopf)<br />
5. Früheste Form ist die Suche nach dem Urgrund des Daseienden in der daseienden Welt (Urmaterien: Wasser [Thales], die Luft [Anaximenes], das All-Eine [Xenophanes]), nicht mehr in der Tätigkeit von Göttern.<br />
6. Thales von Milet (624-546 v.u.Z.) Kaufmann, welterfahrener Mensch, brauchte die Wissenschaft unmittelbar für den Erfolg seiner Unternehmungen. Auch durch ihn wurde viel ägyptisches Wissen und Gedankengut in das griechische Denken aufgenommen.<br />
7. Mit der <em>Denkbarkeit</em> des Ursprungs als etwas dem Menschen <em>Zugängliches</em> beginnt die Fähigkeit zur Vergegenständlichung einen gewaltigen Beschleunigungsschub zu erfahren, (war vorher auch schon existent, aber sehr langsam, vgl. die lange Dauer von Despotien des asiatischen Typs). Damit werden die Zentren des philosophischen Denkens in der Welt [Griechenland, Indien, China] zu Keimstätten der Zivilisation des modernen Typus.<br />
8. Die ,,Alten Griechen&#8221; sind junge Griechen, von der philosophischen Entwicklungsstufe her voll kindlicher Naivität, Einfachheit und Klarheit.</p>
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