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	<title>Philspass &#187; Marx</title>
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	<description>Ein weiterer Handouts Blog</description>
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  <title>Philspass</title>
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		<title>Drei Stufen der Erkenntnis</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 07:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Axiome]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
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		<category><![CDATA[Judas Iscariot]]></category>
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		<description><![CDATA[Drei Stufen gibt es im Erkenntnisprozess: Glauben &#8211; Reaktion Zweifel &#8211; Revolution Wissen &#8211; Konservation Durch diese Stufen müssen wir immer durch,  wir haben keine Chance, nicht beim einfachsten Gedanken, das Schlimmste was uns passieren kann ist, dass wir auf einer Stufe hängen bleiben (Gläubiger, Skeptiker, Lehrer). Nur der Weise (oder natürlich DIE Weise) kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Drei Stufen gibt es im Erkenntnisprozess:</strong></p>
<ol>
<li> Glauben &#8211; Reaktion</li>
<li>Zweifel &#8211; Revolution</li>
<li>Wissen &#8211; Konservation</li>
</ol>
<p>Durch diese Stufen <strong>müssen</strong> wir immer durch,  <strong>wir haben keine Chance,</strong> nicht beim einfachsten Gedanken, das Schlimmste was uns passieren kann ist, dass wir auf einer Stufe hängen bleiben (Gläubiger, Skeptiker, Lehrer). Nur der <strong>Weise</strong> (oder natürlich DIE Weise) kann aus diesem Prozess heraustreten UND gleichzeitig in der Spirale der Entwicklung der Erkenntnis aufsteigen.</p>
<p>Und dann geht es wieder von Vorne los, denn das <strong>Wissen wird Glauben</strong>.</p>
<blockquote><p><span id="more-499"></span><strong>Jegliches Wissen beginnt mit dem <em>Glauben</em>.</strong></p></blockquote>
<p>Wir lernen zu glauben, dass <strong>Eins</strong> existiert, dass die <strong>Arbeiterklasse</strong> die Rettung für die Menschheit bringen kann, dass die <strong>Partei</strong> immer recht hat, dass es einen <strong>Gott</strong> gibt, oder mehrere, dass es <strong>Atome</strong> gibt und <strong>Elektronen</strong>, dass Menschen vernunftbegabt sind, dass <strong>Mutti und Vati</strong> immer lieb sind und wenn, dann gerecht strafen. Überhaupt spielen Strafen in dieser Phase eine grosse Rolle.</p>
<p>Wir werden von <strong>Reaktionären</strong> erzogen! Und der wichtigste Teil dieser Erzieherinnen sind: <strong>Frauen</strong>. Schon mal darüber nachgedacht, warum gerade Frauen so gerne Lehrerinnen werden wollen, besonders für den Kindergarten, die Grundstufe? (Wie haben sich die Revolutionäre und die Feministinnen gewundert, als sie nach der Befreiung der Frauen feststellten, dass die Frauen natürlich reaktionär sind, Überträgerinnen der Tradition, Erzieherinnen der Machos unter denen sie dann später als Ehefrauen angeblich leiden &#8211; Die beliebtesten Witze, Ehefrauenwitze, Schwiegermutterwitze, kommen aus dieser Spannung).</p>
<p>Uns <strong>glauben zu machen</strong> ist die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer. In der Schule, wie auch immer sie geartet ist,  werden wir mit <strong>Namen, Zahlen, Daten, Fakten, Grundannahmen</strong>, <strong><a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Axiom" target="_blank">Axiomen</a>,</strong> mehr oder weniger aggressiv bekannt gemacht. Wer nicht glaubt und die Glaubenssätze nicht exakt wiedergibt, wird bestraft, mit dem Rohrstock, der Verweigerung des ewigen Lebens oder der Drohung mit dem ewigen Leben, der Hölle auf Erden oder der Hölle in der Zukunft (Aus dir wird sowieso nichts!) oder wenigstens schlechten <strong>Zensuren</strong>.</p>
<p>Diese Grundanahmen also werden mit <strong>Fremdworten (Fachsprache) und Autoritäten</strong> belegt: Es steht geschrieben &#8230;, Schon Einstein (Jesus, Moses, Goethe, Gauss &#8230;) hat gesagt &#8230;, der Grosse Führer lehrte uns &#8230; <strong>Die Lehrer der Menscheit sind immer gross</strong> (der grosse Buddha, der grosse Karl Marx) grösser als wir, so wie unsere Eltern einst waren, auch wenn sie uns körperlich kaum bis zu Nase gereicht hätten.</p>
<p>Dummköpfe welche ihrer eigenen Autorität nicht trauen, wie einige Diktatoren, benötigen deshalb auch Persönlichkeitsverstärker wie <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tiara" target="_blank">hohe Mützen</a>, hohe Häuser oder grosse Autos, nicht um zu kompensieren, sondern um zu unterstreichen, was sie selbst nicht glauben.</p>
<p><strong>Diese Grundannahmen werden nicht belegt, nicht bewiesen.</strong> Ich habe ewig gebraucht um die Technik des mathematischen Beweises zu verstehen. (Wenn … dann) denn es wird eben zum Beispiel die Basis der mathematischen Behauptung der <strong>Infinitesimalrechnung</strong>: Gegeben <strong>sei</strong> eine Wesenheit (Entität), die nicht Null ist aber doch unendlich gegen Null geht, also etwas, was <strong>Null UND nicht Null</strong> ist, nicht bewiesen. Diese muss geglaubt werden.</p>
<p>Also statt: Ich beweise, dass Eins (Gott, Evolution, die Zibetkatze) existiert -&gt; Wenn ich annehme (glaube), dass Eins (Gott, Evolution, die Zibetkatze) existiert, dann kann ich ein ganzes Gebäude von  Wissen darauf errichten, <strong>in sich</strong> schlüssig, logisch und klar, <strong>herr</strong>lich. Mit diesem Gebäude kann ich dann weiter bis zu einem gewissen Grad der Genauigkeit die Welt erklären, Computer bauen, Seelen versorgen, trösten oder aufhetzen.</p>
<p>In dieser Stufe ist Zweifel unangebracht und wird von Lehrkräften erbittert verfolgt. Deswegen heissen sie auch Lehr<strong>kräfte</strong> und werden mit allen möglichen Mitteln vom Rohrstock bis zum Computer ausgestattet.</p>
<p>Die höchste Stufe des Gläubigen ist der <strong>Gelehrte</strong>, seine Perversion der Beckmesser.</p>
<blockquote><p><strong>„De omnibus dubitandum“ (lat.: An allem ist zu zweifeln)</strong></p></blockquote>
<p>Die schlimmste Frage, die eine Schülerin einem Lehrer stellen kann ist: Wirklich? Woher wissen Sie das? Will sie nicht weniger als der Lehrer sein, muss sie Autoritäten umstossen, Lehrsätze widerlegen, Glaubenssätze hinterfragen.</p>
<p>Plötzlich stellt sich heraus, dass der heilige Lehrer mit der Lehrerin ein Verhältnis hat, der grosse Führer gelegentlich aufs Klo muss oder andere Sch… baut, die grosse Wahrheit auf wackligen Füssen steht, die <strong>Namen</strong> ausgedacht, die <strong>Zahlen</strong> gefälscht, die <strong>Fakten</strong> in der Erinnerung verwechselt,<strong> die Grundannahmen</strong> &#8211; <strong>Axiome </strong>absurd sind und, mehr noch gerade wegen der Absurdität geglaubt wurden (<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Credo,_quia_absurdum_est" target="_blank">credo quia absurdum</a>).</p>
<p>Kluge Regierungen wissen, dass <strong>einen revoutionären Gedanken zu drucken der kürzeste Weg ist, ihn zu erledigen</strong>. Vielleicht machen es Diktatoren in ihrer unendlichen und unbegreiflichen Weisheit den Revolutionären mit Zensur, Redeverboten und Druckverboten gerade deshalb so schwer, weil sie wissen, dass die Ideen, welche wirklich tragfähig sind (Ach es ist so viel Geschwätz da draussen, meines natürlich gehört nicht dazu!) nur im Widerstand, in der Ver<strong>zweifl</strong>ung reifen können und sich doch letztendlich durchsetzen werden? Vielleicht opfern sich Zensoren auf, zerstören ihren Ruf wie <a rel="external" href="http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/e/referenz/47923///cache/d77c77f7bb/">Judas</a>, töten die Propheten um die Prophezeiung wahr werden zu lassen und bekannt, bevor der Prophet selbst alt wird und seine Ideen relativiert oder zurücknimmt? Kaum etwas ist hässlicher als ein alter Revolutionär.</p>
<p>Sollten wir <strong>Judas Iscariot</strong> dafür wirklich hassen, dass er es Jesus von Nazareth möglich gemacht hat, die Rolle des Lamms zu spielen, getötet und konserviert, lesbar zu werden? (Vgl. auch &#8220;Der Fall Judas&#8221; von Walter Jens, auch <a rel="external" href="http://www.daskirchenjahr.de/tag.php?name=judasiskariot&amp;zeit=HeiligeWoche" target="_blank">hier</a> und <a rel="external" href="http://www.newyorker.com/arts/critics/atlarge/2009/08/03/090803crat_atlarge_acocella">hier</a>). Ich weiss, das klingt zynisch, aber das ist eine der Rollen des Wissenschaftlers, zynisch zu sein, weil er und manchmal auch sie, wissen wie das so läuft, das Leben und alles. Daher die <a rel="external" href="http://www.witzepur.de/arzt.php" target="_blank">zynischen Witze</a> der Ärzte.</p>
<p>Welten brechen zusammen, Gesellschaftssysteme geraten ins Wanken, <a rel="external" href="http://www.miriup.de/spur/3.1.html" target="_blank">Materie verschwindet</a>, neue Religionen entstehen (<a rel="external" href="http://www.google.com/search?q=Es+steht+geschrieben%2C+ich+aber+sage+Euch&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">Es steht geschrieben, ich aber sage Euch</a>!). Die Ehefrau (oder manchmal auch der Mann) ist <strong>nicht</strong> treu, überhaupt wird alles plötzlich unklar unscharf, undeutlich, selbst das Geschlecht wird unklar und wir wissen nicht mehr ob wir Männchen oder Weibchen sind.</p>
<p>Am Ende liest sich die Welt wie das Buch eines<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strukturalismus" target="_blank"> französischen Strukturalisten</a>, klug, aber unverständlich.</p>
<p>In dieser <strong>Pubertät des Denkens</strong> werden wir alle Revoutionäre, wir pfeifen auf die Tradition, tun genau das, was uns verboten wurde, sägen an Stühlen, öffnen verbotene Türen oder treten sie ein, verlassen Vater und Mutter wegen verrückter Ideen (die wir vorher selbst ver-rückt haben wie alte Möbel um den Dreck darunter hervorzukehren oder den Schatz zu finden), werden <strong>Ein Fleisch</strong> mit <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sophia" target="_blank">Sophia</a> , die sich als ein Flittchen herausstellt, das  mit jedem und jeder schläft und auch noch Spass und nicht die geringsten Bedenken dabei hat. Die <strong>Liebe</strong> ist hier in ihrer heissesten Phase, das ewig Weibliche zieht uns hinan oder hinab, meistens Beides in Wechselbädern der Gefühle.</p>
<p><strong>Die Revolution ist weiblich, </strong><strong>so lange, bis die Kinder kommen</strong>, die neuen Erkenntnisse, die gepflegt werden müssen und versorgt, so lange sie und weil sie so zart, so zerbrechlich, so hart errungen.</p>
<p>Die Kinder sind das neue Wissen, die Erkenntnis.</p>
<blockquote><p><strong>Das <em>Wissen</em> ist  das Ende des Zweifels</strong></p></blockquote>
<p>Nachdem wir ganz genau nachgesehen, den Vorhang gehoben, unter den Rock geschaut, die Eingeweide gelesen, die Zeichen gedeutet, die Säulen umgestossen, die Werte umgewertet, die Eltern widerlegt, Erfahrungen gemacht haben, müssen wir unsere <strong>neuen Erkenntnisse</strong> schützen, bewahren, mitteilbar machen.</p>
<p>Wir haben Überzeugungen gewonnen, unsere Zeugen sind durch unsere Erfahrungen <strong>Über-Zeugt</strong> worden. Wir haben in unseren wilden Nächten gezeugt und nun sind sie da, die Kinder, die Früchte unserer Erkenntnis, unser Herzblut, unsere Babies. Und diese sind schwach, zarte Pflänzchen.</p>
<p>Wir erzeugen <strong><em>neue</em> Namen, Zahlen, Daten, Fakten, Grundannahmen</strong>, <strong>Axiome.</strong></p>
<p>Wir nennen sie <strong>Neu</strong>. Wir nennen sie <strong>Fortschritt</strong>, wir nennen sie <strong>Entwicklung</strong>, wir nennen sie <strong>wahres Wissen</strong>. Wir schreiben sie fest in Büchern. Wir lehren sie den Lehrern. Wir machen sie konservierbar. Was wir mitunter vergessen, ist, dass die Konserve tot ist. <strong>Bücher sind die Särge des Wissens</strong>, Bibliotheken Friedhöfe, in denen wir mit den Toten sprechen.</p>
<p>Damit können nun auch unsere reaktionären Lehrer wieder leben, sie bezahlen die Bibliotheken, sie bezahlen die Universitäten. Totes Wissen ist nicht mehr so gefährlich, ein Teil der Toten wird für einige Zeit in gesonderte Bereiche (restricted Areas, Giftschränke) ausgelagert. Mit grosser Vorsicht werden sie adaptiert, umgedeutet, angepasst und eingepasst, werden sogar hoffähig. <a rel="external" href="http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/11/01/stephen-hawking/papst-trifft-kluegsten-menschen-der-welt.html" target="_blank">Hawkins darf den Papst treffen</a>, Richard Dawkins wird gedruckt.</p>
<p>Tja, und dann geht alles wieder von vorne los. Wissen wird geglaubt, Glaube wird bezweifelt, Zweifel wird verifiziert zu Wissen. Wenn wir Glück haben, wird das Wissen mehr, manchmal steht aber am Ende der Nichtung des Wissens auch nur die Erkenntnis von der Nichtigkeit alles Wissens. Das sind die Fälle, wo die besonders reinen Formeln entstehen, die sich dann in <strong>Zitate</strong> verwandeln:</p>
<blockquote><p><em></em><em>E = mc<sup>2 </sup></em><sup>(Einstein)</sup></p>
<p>&#8220;Cogito, ergo sum&#8221;<sup>(Descartes)</sup></p>
<p>&#8220;Die Proletarier dieser Welt haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!&#8221;<sup>(Marx/ Engels)</sup></p>
<p><em>„Erkenntnis der Einheit aller Wesen und Askese, Verneinung des Willens zum Leben allein kann uns erlösen, nicht der Selbstmord, der nur die individuelle Erscheinung des Allwillens vernichtet“</em> <sup>(Schopenhauer)</sup></p></blockquote>
<p><strong>Das Zitat ist der Moment, in dem sich Wissen in Glauben verwandelt.</strong></p>
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		<title>Die Mauer ist nicht gefallen</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2009/10/10/die-mauer-ist-nicht-gefallen/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 19:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Dialektik]]></category>
		<category><![CDATA[Marx]]></category>
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		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist interessant, die Wortwahl zu historischen Ereignissen über die Jahre zu vergleichen. So: &#8220;Der Fall der (Berliner) Mauer 1989&#8221; der jetzt mit den zwanzigsten Jahrestag gefeiert wird. Wer sagt das? Oft gerade diejenigen, welche am Wenigsten für die Zerstörung der Mauer getan haben und oft auch jetzt noch am meisten dafür tun, die Mauer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist interessant, die Wortwahl zu historischen Ereignissen über die Jahre zu vergleichen.</p>
<p>So: &#8220;<strong>Der Fall der (Berliner) Mauer 1989</strong>&#8221; der jetzt mit den zwanzigsten Jahrestag gefeiert wird.<br />
<a title="Der &quot;Fall&quot; der Berliner Mauer bei google" href="http://www.google.com/search?q=der+fall+der+berliner+mauer&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">Wer sagt das</a>? Oft gerade diejenigen, welche am Wenigsten für die Zerstörung der Mauer getan haben und oft auch jetzt noch am meisten dafür tun, die Mauer aufrecht zu erhalten.</p>
<p>Ich bin der Meinung, das war damals <strong>kein Naturprozess</strong>, der den Menschen zugestossen ist, sondern eine <strong>aktive Tat und Entscheidung</strong> praktisch der gesamten Bevölkerung der DDR. Es ist <strong>dem Westen zugestossen</strong>, so wie es schon beim Bau der Mauer war.</p>
<p>Auch damals hatten die Adenauer&#8217;s und die Krenze vorher und währenddessen geschlafen und nichts bemerkt, aber dafür später mehr oder weniger erfolgreich versucht, ihren Profit aus der Existenz dieses Bauwerks zu schlagen, so wie die Enkel Adenauers aus seiner Zerstörung auch.</p>
<p>Der Bau wie die Zerstörung der (Berliner) Mauer war Menschenwerk, bewusstes massenhaftes Handeln, oft unter akuter Gefahr für Leib und Leben. Das Phänomen der <a title="Mauerspechte Fotos" href="http://www.medienarchiv.com/Berlin/Berliner%20Mauer/page5.htm" target="_blank">&#8220;Mauerspechte&#8221;</a> zeugt davon, wie wenig beherrschbar durch Einzelherrscher solche Prozesse sind. Wer diese deshalb aber jetzt zu einem Naturprozess umredet, gibt ironischer Weise den stalinistischen, vulgärmarxistischen Interpreten von Karl Marx recht, welche historische Bewegungen auf  naturgeschichtliche Prozesse reduzieren möchten und so Erdbeben, Pest, Kriege und Revolutionen auf die gleiche Stufe stellen.</p>
<p>Wir wissen, wer es liebt, vom <strong>Ausbruch</strong> von Kriegen zu reden und wer auf der anderen Seite vorzieht, Kriege als von Menschen angezettelt, vorbereitet und &#8220;vom Zaune gebrochen&#8221; zu bezeichnen.</p>
<p>Was hier nicht verstanden wird oder verstanden werden will, ist die <strong>Dialektik</strong> der ganzen Sache, in der sich <strong>über das freie Handeln von Menschen gesellschaftliche Prozesse auf naturgeschichtliche Weise</strong> durchsetzen. Dafür müsste man freilich Karl Marx lesen, statt ihn nur zu hassen und zu verdammen.</p>
<p>Als ich damals im Oktober 1989 von Studenten gefragt wurde, was ich von dieser Bewegung hielte, antwortete ich mit Nietzsche: <strong>&#8220;Ich misstraue Massenbewegungen &#8230;&#8221;</strong></p>
<p><strong><a rel="external" href="http://derstandard.at/fs/1253807786535/Die-Mauer-ist-nicht-vom-Himmel-gefallen?sap=2&amp;_pid=14214639" target="_blank">vgl. auch dieses Interview mit Egon Krenz</a></strong><a rel="external" href="http://derstandard.at/fs/1253807786535/Die-Mauer-ist-nicht-vom-Himmel-gefallen?sap=2&amp;_pid=14214639" target="_blank"><strong></strong></a><strong><a rel="external" href="http://derstandard.at/fs/1253807786535/Die-Mauer-ist-nicht-vom-Himmel-gefallen?sap=2&amp;_pid=14214639" target="_blank"> und die Diskussion dazu</a></strong><strong><br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ja Ja und Nein Nein oder das Verhältnis von Dialektik und Logik</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2007/10/06/ja-ja-und-nein-nein-oder-das-verhaeltnis-von-dialektik-und-logik/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Oct 2007 21:18:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
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		<description><![CDATA[In seiner berühmten Bergpredigt belehrt Jesus von Nazareth seine Jünger (nicht, wie oft behauptet, alle Menschen) in einer Art &#8220;Propagandistenschulung&#8221; unter anderem zum Thema &#8220;Schwören&#8221;: &#8220;Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.&#8221; Matthäus 5,37 Widerspricht das eigentlich einer Dialektik, nach der die Identität der Gegensätze (Kampf und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner berühmten Bergpredigt belehrt Jesus von Nazareth seine Jünger  (<strong>nicht</strong>, wie oft behauptet, <strong>alle</strong> Menschen) in einer Art &#8220;Propagandistenschulung&#8221; unter anderem zum Thema &#8220;Schwören&#8221;:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.&#8221; Matthäus 5,37</p></blockquote>
<p>Widerspricht das eigentlich einer Dialektik, nach der die Identität der Gegensätze (Kampf und Einheit) eine eher alltägliche, normale und die Unterscheidung der Gegensätze eher der Sonderfall sind?</p>
<p>Eine Definition der &#8220;Metaphysik&#8221; ist die Darstellung als undialektische, eben nach Kategorien unterschiedene, festgelegte Ja, Ja; Nein, Nein Philosophie.</p>
<p>So geht die formale Logik und die euklidische Geometrie vom Grundsatz der Widerspruchsfreiheit aus, wie sie bei Aristoteles ausgedrückt wird:</p>
<blockquote>
<p class="cite">„Doch das sicherste Prinzip von allen ist das, bei dem eine Täuschung unmöglich ist [...] Welches das aber ist, wollen wir nun angeben: <em>Denn es ist unmöglich, dass dasselbe demselben in derselben Beziehung zugleich zukomme und nicht zukomme.</em> [...] Doch wir haben eben angenommen, es sei unmöglich, dass etwas zugleich sei und nicht sei.“<cite>– <span class="Person">Aristoteles</span>: Metaphysik 1005b</cite></p>
<p class="cite">&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Jesus&#8217; Aufforderung ist mit dieser Vorstellungswelt verbunden. Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass es sich hier um eine <em>Annahme</em> handelt. Diese Annahme wird aus pragmatischen Gründen axiomatisch ins Denken eingeführt und als moralischer Grundsatz genutzt.</p>
<p>In der Wirklichkeit ist Ja und Nein immer miteinander verbunden, untrennbar. Ein Gegenstand, der sich bewegt, kann in seiner Bewegung nur beschrieben werden als <em>gleichzeitig an einem Ort und nicht an diesem Ort seiend</em>.  Alle anderen Annahmen führen zu unauflösbaren Widersprüchlichkeiten, wie Zenon von Elea in seinen Aporien zeigte.</p>
<p>Der Witz ist hier die <em>pragmatische</em> Empfehlung, einen Standpunkt in einer fliessenden, sich bewegenden Welt einzunehmen. Ein Standpunkt um eines Standpunktes willen ist allerdings sinnlos. Es bedarf eines Zwecks, einer Nutzensabwägung. Dies ist der pragmatische Aspekt.</p>
<p>Dieser pragmatische Aspekt, den Jesus seinen Jüngern nahelegen will beschreibt den Sonderfall, bei dem Widerspruchsfreiheit zu ethisch gutem Handeln führen kann, was auch immer &#8220;gut&#8221; bedeuten mag. Ähnlichkeit besteht hier zu dem Sonderfall der Newtonschen Mechanik, die ja hinreichend für den praktischen Alltag der meisten Menschen gilt, auch wenn ihre Genauigkeit bei höheren Geschwindigkeiten oder in der Nähe des planckschen Wirkungsquantums, also für die Atomphysik oder für Weltraumflüge pragmatisch nicht mehr ausreichend ist und deshalb durch eine andere Mechanik, hier die Quantenmechanik, erweitert wird.</p>
<p>Wichtig ist, zu begreifen, dass hier nicht die <em>Ungültigkeit</em> der Newtonschen oder Euklidschen oder  Marxschen Thesen nachgewiesen wird, sondern nur die pragmatischen Grenzen ihrer Gültigkeit, i.e. hinreichenden Nutzbarkeit gezeigt werden.</p>
<p>Deswegen ist die <em>Widerlegung</em> der Religion durch die Philosophie, die Widerlegung des Idealismus durch den dialektischen Materialismus, des dialektischen Materialismus durch moderne Phänomenologie oder Sprachtheorie jeweils immer auch eine <em>Aufhebung</em>, ein Hinweisen auf wenn auch begrenzte Gültigkeit der jeweiligen Theorien. Dieses <em>Aufheben</em> ist  eine Kernthese der Dialektik, wie sie durch Hegel und Marx in das moderne Denken hineingebracht wurde.</p>
<p>Wir finden hier die Gründe dafür, dass wirklich philosophisch denkende Menschen überhaupt nicht an Feinden sondern überaus an Gegnern interessiert sind. Gegner sind Menschen, die, wenn wir uns mit ihnen oder ihren Auffassungen auseinandersetzen, uns bereichern. Gegner sind notwendige Gegenparts, sind die besten Freunde der Philosophen.</p>
<p><strong>Wehe den Philosophen, die keine Gegner kennen , sie kennen sich selbst nicht!<br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Revolutionstheorie und Marketing oder Millionen können nicht irren!</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2007/09/06/millionen-koennen-nicht-irren-und-was-ist-mit-den-milliarden/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Sep 2007 08:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelner]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn die Masse der Menschen recht hat, dann: ist das eigene Auto ein Zeichen von Wohlstand, ist Rauchen von Nikotin cool, ist die Bild-Zeitung eine Informationsquelle, ist Eigennutz der wichtigste Antrieb für die Menschen, ist der Creationismus eine Alternative zum Darwinismus, ist Nahrung um so besser, je mehr Zusatzstoffe hinzugefügt wurden, ist der Raub die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Masse der Menschen recht hat, dann:</p>
<ul>
<li>ist das eigene Auto ein Zeichen von Wohlstand,</li>
<li>ist Rauchen von Nikotin cool,</li>
<li>ist die Bild-Zeitung eine Informationsquelle,</li>
<li>ist Eigennutz der wichtigste Antrieb für die Menschen,</li>
<li>ist der Creationismus eine Alternative zum Darwinismus,</li>
<li>ist Nahrung um so besser, je mehr Zusatzstoffe hinzugefügt wurden,</li>
<li>ist der Raub die beste Erwerbsquelle,</li>
<li>sind Wissenschaftler bestenfalls nützliche Idioten,</li>
<li>ist Fernsehen Kultur,</li>
<li>ist billig geil,</li>
<li>ist Geldbesitz das Ziel unserer Anstrengungen,</li>
<li>ist Liebe Prostitution (aussereheliche oder innereheliche)</li>
<li>sind Frauen …</li>
<li>sind Männer …</li>
<li>ist das Internet gefährlich,</li>
<li>ist der Terrorismus die zur Zeit größte Bedrohung der Menschheit,</li>
<li>ist Anders sein immer ein Verbrechen oder wenigstens nahe dran,</li>
<li>sind Anzüge und Krawatten ein Zeichen von Seriosität,</li>
<li>… (bitte ergänzen)</li>
</ul>
<p>Was heisst es also, dass die Masse recht hat? Die Antwort ist schwierig, weil von ihr auch die Haltung zu Demokratie oder Despotie abhängt. Platon&#8217;s Lösung, nur Philosophen zu Despoten zu machen, hat zumindest in den Fällen von Friedrich II oder Stalin  nicht ganz geklappt …</p>
<p>Eine Idee, &#8220;… die Theorie wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Masse ergreift&#8221; sagt, <a title="Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung." href="http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_378.htm" target="_blank">Karl Marx</a>.</p>
<p>Das gilt für Revolutionen wie für das Marketing. Die richtig grosse, wirkliche, nicht nur theoretische Umwälzung wie der wirklich grosse, nicht nur theoretische Umsatz erfolgt, wenn die Idee die Masse ergreift, wenn die Theorie durch massenhaftes Verhalten wirklich, praktisch wird.</p>
<p>Wir haben also wieder mal zu unterscheiden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Recht haben&#8221; ist eine Frage des Geistes, der Forschung, des Wissens &#8211; damit das Refugium der Einzelnen, Einzigen. &#8220;Recht bekommen&#8221; ist eine Frage der Macht, damit der Masse.</p></blockquote>
<p>Demokratie ist eine Ausübungsform von Macht, damit zu Recht an Masse gebunden. Demokratie kann deshalb und, das ist nun allerdings Meinung, sollte zur Durchsetzung von Ideen dienen, nicht zur Bewertung von Ideen. Eine Abstimmung über den Wert eines Werkes, so wie wir es bei den sog. Einschaltquoten finden, führt immer zur Vernichtung des Kunstwertes, zur Verflachung.</p>
<p>Ein gutes Produkt haben ist eine Frage des Geistes, damit Umsatz zu machen ist eine Frage der Massenhaftigkeit und Massenkompatibilität.</p>
<p>Eine Abstimmung über die Richtigkeit eines wissenschaftlichen Ansatzes ist so lächerlich,  dass dieser Gedanke nirgendwo diskutiert wird, nirgendwo …</p>
<p>Die Qualität eines Produktes wie einer Idee kann deshalb nicht aus Umsatz- oder Verbreitungszahlen abgeleitet werden. Das sind nur quantitative Aspekte. Für die Qualität ist der oder die Einzelne, für die Quantität die Masse zuständig. Dies auch aus dem Grunde, weil die Massenhaftigkeit oder Verbreitung so oft vom Zufall, von nebensächlichen Eigenschaften und Ereignissen abhängt.</p>
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		<title>Religion und andere Opiate</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jul 2007 15:28:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus]]></category>
		<category><![CDATA[Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Opium]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Vieles, was sich über Religion sagen lässt, erschließt sich aus dem Umgang mit einem Satz von Karl Marx, den er als junger Mann schon gefunden hat. Marx sagt: &#8220;Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.&#8221; (Zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vieles, was sich über Religion sagen lässt, erschließt sich aus dem Umgang mit einem Satz von Karl Marx, den er als junger Mann schon gefunden hat. Marx sagt:</p>
<blockquote><p><strong><font size="-1">&#8220;Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium <em>des</em> Volks.&#8221;</font></strong> (<font size="-1">Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. <a rel="external" href="http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_378.htm">Marx/Engels-Werke, Bd. 1, 378ff.</a>)</font></p></blockquote>
<p>Das Eigenartige ist, dass dieser Satz in der Regel falsch zitiert wird, nämlich als: &#8220;Religion ist Opium <strong>für das</strong> Volk.&#8221;</p>
<p>Dabei liegt in der Art der Auffassung des Textes die Grundhaltung zur Religion:</p>
<p>Für <strong>Karl Marx</strong> ist Religion etwas, das das Volk <strong>für sich selbst </strong>macht, ebenso wie Opium, Alkohol und andere Rauschmittel um seine Ketten ertragen zu können oder wie Blumen, um die Ketten wenigstens zu verschönern.</p>
<p>Für die <strong>Falschzitierer</strong> ist Religion etwas, <strong>das Andere</strong> (der Staat, die Kirche, die drei &#8220;Betrüger&#8221; Jesus, Buddha und Mohammed &#8211; nach einer <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/De_tribus_impostoribus" title="De tribus impostoribus - Wikipedia">Streitschrift</a> aus dem 16. Jahrhundert <a rel="external" href="http://www.fh-augsburg.de/~Harsch/Chronologia/Lspost17/Mueller/mue_impo.html" title="Lateinischer Text">[auch hier]</a> ) <strong>für das Volk gemacht</strong> haben um es zu verdummen und durch Angst klein  zu halten.</p>
<p>In seinem Fall hoffte  Marx, durch Schulung, Aufklärung, Wissenserweiterung dem Volk die Ketten unter den Blumen sichtbar zu machen. Er war sich der Härte dieser Massnahme bewußt. Ebenso wie ein Alkoholkranker oder ein Opiumsüchtiger alles tun wird, um seinen berauschten Zustand wiederherzustellen, wird auch das Volk immer wieder dazu tendieren, sich alte und neue Religionen zu schaffen, so wie es sich trotz Verboten und Verfolgung Alkohol selbst brennt oder Haschisch selbst zieht. Was er nicht ahnte, war, <strong>dass auch der Kommunismus vom Volk zur Religion gemacht werden würde</strong>.</p>
<p>Vom Standpunkt der Falschzitierer &#8211; die sich in allen Lagern finden, von den Feinden des Marxismus bis hin zu den sich selbst so nennenden Marxisten &#8211; muss gegen die Volksverdummung mittels Religion  angegangen werden. Die &#8220;Verdummer&#8221;: Theologen, Priester, Imame, Mönche, Lamas werden zu Verbrechern gestempelt, die vernichtet werden müssen, deren Einrichtungen, Kirchen, Moscheen u.s.w. zerstört gehören. Den Betrügern muss das Handwerk gelegt werden.</p>
<p>Wie wir aus der Geschichte sehen, haben sich, auch unter dem Namen des Kommunismus, die Falschzitierer, die Vertreter der Betrugshypothese durchgesetzt.</p>
<p>Dass das weder Marx meinte noch Marxismus ist liegt auf der Hand. Es ist eine These, die in der Ursprungszeit der bürgerlichen, der kapitalistischen Welt entstanden ist und von bürgerlichen Theoretikern und Religionskritikern immer wieder vertreten wird, auch wenn diese sich Marxisten oder Kommunisten nennen.</p>
<p><em>Die Betrugshypothese ist <strong>keine</strong> marxistische Aussage, sondern eine <strong>vulgärbürgerliche Hetzparole</strong>, die zum Tode von vielen geistreichen und klugen Menschen geführt hat, zur Zerstörung von kulturellen Werten &#8211; und das war wohl auch das eigentliche Ziel dieser Parole und das ihrer Nutzer.</em></p>
<p>Kein Wunder, dass sich alle Diktatoren, ob Stalin oder Hitler oder Mao in dieser Sache einig waren.</p>
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