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(Küchen-*) Philosophische Splitter

  • Philo Sophia bezeichnet die Liebe zur Weisheit (Sophia), die sich als älter als alle anderen Entitäten und weiblich gibt.
  • Es gibt Menschen, die lieben die Macht, es gibt Menschen, die lieben das Geld, einige lieben die Kunst, andere wiederum andere Menschen – die Philosophen aber lieben die Weisheit.
  • Weisheit (wisdom) bezeichnet die jeweils historisch erfahrbare Ganzheit menschlicher Erfahrungen – sie wird ursprünglich von Frauen im Hause tradiert. Das erklärt die Wirkung von Müttern (denn wer erzieht den Mann unter dem die Frau leidet?), von Großmüttern (denn wer beherrscht die Mutter, die erziehen will?).
  • Philosophie ist die Arbeit, die die Welt DENKBAR macht.
  • Dadurch unterscheidet sich Philosophie nicht von der Arbeit anderer Wissenschaften, wie der Physik, es sind die anderen Wissenschaften, die sich von der Philosophie unterscheiden, in einem historischen Scheidungsprozess wie den der Kinder von der Mutter.
  • Das Verhalten zur Philosophie hat individuell Parallelen zum Verhalten zum Weiblichen.
  • Die Philosophie ist die Mutter der Wissenschaft, wird von der Politik zur Hure gemacht, missbraucht, gedemütigt, verschmutzt und vergewaltigt und ist doch die Braut aller Erkenntnis – wenn es nicht mehr weiter geht, kommen alle zu ihr um sich auszuheulen und neue Kraft zu finden.
  • Sachverhalte sind naturwüchsig. Das was sie sind, sind sie für sich – sollen sie etwas für Menschen sein, müssen sie denkbar sein.
  • Denkbares wird zur materiellen Gewalt durch die Tat von Menschen – wird Machbares.
  • In der Tat von Massen wirken objektive Gesetze – Ab einer bestimmten Zahl von Akteuren schlägt Subjektivität in Objektivität um.
  • Menschen verwirklichen sich durch Taten (machen, Mach[t] – ausüben), seien es philosophische: das Denkbar-machen, seien es künstlerische: das Empfindlich-machen, seien es technische: das Werkzeug-machen, seien es religiöse: das Aussprechbar-machen und das Gemeinsam-machen.
  • Das Schreckliche denkbar zu machen erzeugt das Schreckliche in seiner Wirklichkeit.
  • Philosophie ist damit auch die gefährlichste aller Denksportarten – gefährlich für den Denker wie für die Gedachten.
  • Dieses Tun ist Entäußerung – damit die Chance, sich im selbst erzeugten nicht-Ich wiederzuerkennen.
  • Das Primitivste allen Tuns ist die Destruktion – das höchste allen Tuns ist das Erzeugen.
  • Deshalb ist der Krieg der Vater aller Dinge (Heraklit) – die Produktion aber die Mutter.
  • Was Vater und Mutter aber produzieren muss nicht nur “gut” sein, es kann auch (und ist es, wenn wir uns genau umsehen) die Zerstörung des Naturzustandes, Umweltverschmutzung sein.
  • Beides ist aber dasselbe, bilden die Ganzheit der lebendigen Wirklichkeit. Jede Produktion ist Zerstörung, jede Zerstörung ist Produktion.
  • Verhinderer von Kriegen werden selten gefeiert – dafür aber die Sieger. Um gefeiert zu werden muss also der Krieg geführt werden. Oft kann zwischen dem Sieger und dem Krieg-Anzetteler nicht unterschieden werden.
  • Die Worte “Christentum”, “Ehre” und “Kommunismus” sind furchtbare Beispiele für Wortverschmutzung.
  • In-divi-duum heisst das Unteilbare, griechisch “atomoi”, gleichzeitig heisst es “Mensch”. Individualität wird immer verwechselt mit Subjektivität.
  • Subjektivität bezeichnet die Fähigkeit, aus sich selbst heraus zu handeln. Propagandisten der Subjektivität sind z. B. Laotse, Buddha, Jesus von Nazareth, Spinoza, Marx und Nietzsche.
  • Im öffentlichen Bewußtsein gelten genau diese Personen aber als Propagandisten der Objektivität -seltsam, nicht?
  • Objektivität bezeichnet die Erfahrung, von jemand oder etwas Anderem, ausserhalb der eigenen Unteilbarkeit bewegt und beeinflusst zu werden.
  • Eigenartigerweise empfinden die Leute Objektivität als positiv, Subjektivität als negativ – wie fast alle Lexikoneinträge beweisen.

* Küchenphilosophie ist, wie Küchenlatein schlechtes Alltags-Latein ist, “schlechte” Philosophie, weil sie im Alltagsgebrauch zwar nützlich, für akademische und wissenschaftliche Zwecke nicht exakt genug, nicht fundiert genug und gleichgültig gegen politische Gegenwärtigkeiten ist. Sie ist das absolute Gegenteil von Stammtischphilosophie.

Trackback: Trackback-URL |  Autor: Bernd Floßmann  | 

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