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	<title>Philspass &#187; Essays</title>
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	<description>Ein weiterer Handouts Blog</description>
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  <title>Philspass</title>
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		<title>Informatik und Philosophie</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 11:50:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Informatik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Philosophie kann ihre Konzepte und  Modellierungswelten ebenfalls ergründen, es sind die Wissenschaften, auch mit Hilfe von Informatikern und Computern, welche das jeden Tag tun. Das Ergründen der Welt ist allerdings im Computer bei weitem ungefährlicher und weniger aufwendig.

Philosophie muss getrennt werden von Ideologie und Religion, aber nicht getrennt von der Wissenschaft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Permanent Link: 17 Fragen an… Dominikus Herzberg von “denkspuren”" rel="bookmark" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/2008/07/17-fragen-an-dominikus-herzberg-von-denkspuren/" target="_blank">Dominikus Herzberg von “denkspuren”</a> erklärt in seiner Antwort auf eine von 17 Fragen im <a rel="external" href="http://www.wissenschafts-cafe.net" target="_blank">Wissenschaftscafe</a>:</p>
<blockquote><p><span style="font-size: small;"><span>&#8220;6. Wie erklärt man in drei Sätzen, weshalb Wissenschaft dennoch faszinierend ist?</span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Die Informatik ist für mich so etwas wie angewandte Philosophie!</strong></span><br />
<span style="font-size: small;"><span>Die Informatik ist für mich so etwas wie angewandte Philosophie! Ich denke in Konzepten und Modellierungswelten, kann sie aber — im Gegensatz zum Philosophen — mit dem Computer ergründen. Und so mache ich immer wieder für mich kleine, spannende Entdeckungen, was so manchen Anlass für ein Blog-Posting gibt.&#8221;</span></span></p></blockquote>
<p>Was lese ich hier?</p>
<ul>
<li>Erstens, Herr Prof. Herzberg hat eine hohe Meinung von Philosophie. Danke, höre ich gerne.</li>
<li>Zweitens, er glaubt, dass Philosophie in Konzepten und Modellierungswelten denkt. Hmm …</li>
<li>Drittens, Herr Herzberg glaubt scheinbar, dass Philosophie diese Konzepte und Welten nicht ergründen könne. Hmm … Hmm …</li>
</ul>
<p>Was stört mich hier eigentlich?</p>
<p><span id="more-719"></span>Jede Wissenschaft ist angewandte Philosophie, ob das nun der Wissenschaftler weiss, anerkennt, möchte oder nicht. Insofern ist der Satz eine Tautologie oder bestenfalls ein &#8220;Ja, wir auch!&#8221;  Ich bin der Meinung, in jedem Moment, in dem Philosophie angewandt wird, verwandelt sie sich in eine Wissenschaft und macht sich irgendwann selbständig. Gerade ich, der in der Tradition einer &#8220;wissenschaftlichen Weltanschauung = marxistisch, leninistische Philosophie&#8221; erzogen wurde, sollte auch die Philosophie selbst als Wissenschaft begreifen wollen. Aber doch verspüre ich hier ein deutliches Unbehagen. Es ist das gleiche Unbehagen, was ich spüre, wenn mich jemand fragt &#8220;Aha, du bist Philosoph! Welche Philosophie vertrittst du?&#8221; Ich möchte auch die Geisteswissenschaften und die Gesellschaftswissenschaften durchaus von der Philosophie unterscheiden. Und ich möchte Philosophie vom Glauben und von Parteilichkeit unterscheiden.</p>
<p>Zu oft wird das Vertreten eines Standpunktes mit Wissenschaftlichkeit verwechselt. Zu oft ist das Vertreten eines Standpunktes die Basis für die Anerkennung durch eine jeweils offizielle Wissenschaft. <strong>Aber Philosophie vertritt keine Standpunkte, Philosophie produziert Standpunkte. </strong>Philosophie macht genau das, wonach Archimedes in seiner Begeisterung über die Entdeckung der Hebelgesetze gerufen hat: &#8220;Gebt mir einen festen Punkt – und ich werde die Welt aus den Angeln heben&#8221; Diese festen Punkte gibt die Philosophie und das, indem sie an allen möglichen Punkten zweifelt, sie flüssig macht und auflöst.</p>
<p>Der zweite Satz ist eine Rückwärtsdefinition, welche in der Diskussion sehr oft vorkommt. Herr Herzberg spricht über seine eigene Denkweise. Er hat das Wörtchen &#8220;auch&#8221; welches in diesem Satz mitschwingt, nicht ausgesprochen.<strong> Leider ist die spekulative Philosophie fast gänzlich aus der Mode gekommen.</strong> Die Produktion neuer Modelle, Welten und Konzepte ist fast gänzlich hinter die Kritik der bestehenden Modelle, Welten und Konzepte zurückgetreten. Ich fände es schön, wenn es mehr Philosophie geben würde, welche in Konzepten und Modellierungswelten denkt.</p>
<p>Wenn die Wirklichkeit die Prüfung der Philosophie ist (The proof of the Pudding is the eating) so ist die Prüfung von philosophischen Vorschlägen der letzten hundert Jahre recht blutig ausgefallen. Kein Wunder wenn nicht mehr allzuviel Leute Lust auf weitere Prüfungen weiterer philosophischer Theorien auf ihrem Rücken haben.</p>
<p>Der (scheinbare) Untergang der großen Systeme und Modelle hat Zweifel an der Modellierbarkeit von Welten und an den Modellen selbst gesät. Philosophen tun zur Zeit das, wofür sie schon immer am besten bezahlt wurden: das Bestehende erklären, rechtfertigen und ein bisschen reformieren.</p>
<p>Wenn Informatiker Ihre Theorien, Modelle und Konzepte in ihren Computern prüfen, tun sie etwas anderes, sie überprüfen spekulative Konzepte und Modelle in ihren Computern. Vielleicht hat Herr Herzberg in seinem dritten Satz das gemeint.</p>
<p>Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb der eigentliche Forstschritt zur Zeit nicht in der Philosophie, aber in den Naturwissenschaften stattfindet.</p>
<p>Philosophie könnte ihre Konzepte und  Modellierungswelten ebenfalls ergründen, wie die Wissenschaften, auch mit Hilfe von Informatikern und Computern, welche das jeden Tag tun. Das Ergründen der Welt ist allerdings im Computer bei weitem ungefährlicher und weniger aufwendig.</p>
<p>Philosophie muss getrennt werden von Ideologie und Religion, aber nicht getrennt von der Wissenschaft.</p>
<p>Deshalb sollte statt einer Unterscheidung von der Philosophie die Integration von Philosophie und Wissenschaft stattfinden. Überprüfung philosophischer Aussagen mittels Computern &#8211; das ist doch mal eine Idee, oder nicht?</p>
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		<title>Materialismus und Idealismus</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2010/07/16/materialismus-und-idealismus/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Idealismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Materialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Sogenannte &#8220;kommunistischen&#8221; Diktaturen stellen sich selbst mitunter gern als der materialistischen oder historisch materialistischen Tradition des Denkens verbunden dar. Allein die Existenz von Verfolgung Andersdenkender allerdings widerlegt diese Behauptungen. Die Angst vor anderen Ideen setzt voraus, dass ich glaube, dass Ideen dem Handeln voraus gehen. Das aber ist Idealismus. Durch ihr politisches Handeln zeigen so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sogenannte &#8220;kommunistischen&#8221; Diktaturen stellen sich selbst mitunter gern als der materialistischen oder historisch materialistischen Tradition des Denkens verbunden dar.</p>
<p>Allein die Existenz von Verfolgung Andersdenkender allerdings widerlegt diese Behauptungen. Die Angst vor anderen Ideen setzt voraus, dass ich glaube, dass Ideen dem Handeln voraus gehen. Das aber ist Idealismus.</p>
<p>Durch ihr politisches Handeln zeigen so alle bisher bekannten sich kommunistisch nennenden Diktaturen, dass sie idealistische Diktaturen sind, welche die Priorität der Idee in ihre Programme geschrieben haben.</p>
<p><span id="more-3"></span>Damit entpuppen sie sich als in ihrer Wirklichkeit bürgerliche, insbesondere kleinbürgerliche Diktaturen oder Herrschaftssysteme, die sich genau wie jede andere bürgerliche Staatsform auf die Realisierung von mehr oder weniger erfolgversprechenden Ideen durch deren Vertreterinnen und Vertreter stützt und Andersdenkende mittels demokratischer Überstimmung durch die Mehrheit oder brutale polizeiliche Verfolgung an der Ausführung ihrer Ideen hindern will.</p>
<p>Eine wahrhaft materialistische Gesellschaftsordung würde, ausgehend von der Sekundarität der Ideen, selbige bestenfalls als Anzeiger, als Boten materieller Problemsituationen begrüßen.</p>
<p>&#8220;Kill the Messenger&#8221;, das ist eine wohl traditionell feudale Form der Rache am schuldlosen Subjekt. Und gegen diese primitive Rache richtet sich der Idealismus. Denn wenn ich den Botschafter vernichte, sind die Botschaft als auch die materiellen Verhältnisse, welche der Botschaft zu Grunde lagen, immer noch da.</p>
<p>Erst wenn ich die materiellen, vom Sender, vom Botschafter und vom Empfänger  unabhängigen Verhältnisse umgestürzt oder verändert habe, kann ich mit anderen Botschaften rechnen.</p>
<p>So mag es schon so sein, dass ich eine kommunistische Gesellschaft daran erkenne, daß es keine Kritiker gibt, weil es nichts zu kritisieren gibt. Diesen Schein der Nichtexistenz von Kritikern allerdings herbeizuführen, indem ich Kritiker mundtot oder gar ganz tot mache, ist Arbeit am Schein und damit auch wieder idealistisch.</p>
<p>Auch die Deutsche Demokratische Republik erwies sich so von Anfang an als eine idealistisch geführte bürgerliche Gesellschaft, welche mit Kommunismus nur den Namen gemeinsam hatte. Das erklärt mir auch meine anfänglichen Schwierigkeiten, marxistische Philosophie zu verstehen, weil sie so wenig mit dialektischem Materialismus zu tun hatte, aber immer den dialektischen Materialismus im Munde führte. Manchmal kam ich mir da vor, wie sich ein Messdiener fühlen musste, dem der Pfarrer nach der Messe an die Geschlechtsteile fasste.</p>
<p>Aber das ist jetzt Geschichte, die Protagonisten sind tote Hunde und es lohnt eigentlich nicht mehr, darüber zu sprechen.</p>
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		<title>Kommunismus</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2010/06/27/kommunismus/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 18:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Diotima sagt: &#8220;Der Kommunismus ist eine Utopie. Ein Kein &#8211; Ort &#8211; damit überall und immer. Er existiert in reiner, aber auch in pervertierter Form. Eine pervertierte Form finden wir in  Teilen des Finanzkapitalismus. Einige andere sind die Massenmord-Diktaturen von Pol Pot, Mao oder Stalin. (So ist auch der Nationalsozialismus eine pervertierte Form sozialistischer Ideen) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diotima sagt: &#8220;Der Kommunismus ist eine Utopie. Ein Kein &#8211; Ort &#8211; damit überall und immer.</p>
<p>Er existiert in reiner, aber auch in pervertierter Form. Eine pervertierte Form finden wir in  Teilen des Finanzkapitalismus. Einige andere sind die Massenmord-Diktaturen von Pol Pot, Mao oder Stalin. (So ist auch der Nationalsozialismus eine pervertierte Form sozialistischer Ideen)</p>
<p>Als pervertierte Form wird er mit Recht gehaßt. Deshalb ist die Wortverschmutzung bei dem Wort &#8216;Kommunismus&#8217; auch so groß.</p>
<p>Die Arbeit von Kommunisten besteht darin, in allen Formen, auch den pervertierten, existierenden, lebendigen Kommunismus zu entdecken, aufzudecken, zu entwickeln und zu bewahren.</p>
<p>So hat &#8216;Der Kommunismus&#8217; nie aufgehört, zu existieren, aber auch nie autark existiert! Der Kommunismus ist sporadisch und rhizomatisch, spontan, zufällig und damit gesetzmässig.</p>
<p>Der Kommunismus ist also immer und überall gegenwärtig. Ihn in der Vergangenheit oder Zukunft zu suchen, ist damit nur eingeschränkt und deswegen richtig, weil er auch dort ist.<br />
Der Kommunismus ist die Möglichkeit von freien Individuen, zusammen zu leben im gegenseitigen Vorteil.</p>
<p>Der Kommunismus ist männlich, wie die Liebe weiblich ist.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die Natur ist frei oder deus sive natura</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2010/03/22/die-natur-ist-frei/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 14:53:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Notwendigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Spinoza]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben wir und worin besteht unsere (Wahl-Entscheidungs-) Freiheit in Bezug auf Naturgesetze? Ein Denkfehler besteht meiner Meinung nach darin, dass die Erklärung der Vergangenheit und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur (und damit die Erklärbarkeit der Vergangenheit  und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur) als Kausalität vereinseitigt wird. Nur weil ich meine Entscheidung post festum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Haben wir und worin besteht unsere (Wahl-Entscheidungs-) Freiheit in Bezug auf Naturgesetze?</p>
<p>Ein Denkfehler besteht meiner Meinung nach darin, dass die Erklärung der Vergangenheit und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur (und damit die Erklärbarkeit der Vergangenheit  und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur) als Kausalität <strong>vereinseitigt</strong> wird.</p>
<p>Nur weil ich meine Entscheidung post festum erklären kann, war die Entscheidung nicht notwendig so und nicht anders. Erklärbarkeit ist nicht das Gleiche wie Notwendigkeit!</p>
<p><span id="more-617"></span>Vielmehr, nachdem die Entscheidung für den Lavastrom, rechts oder links zu fliessen oder für mich, rechts oder links zu kämpfen gefallen ist, hat der Berg, habe ich ein libidinöses Bedürfnis nach <strong>Rechtfertigung</strong> dieser Entscheidung (ich habe den Pfeil losgelassen, die Macht abgegeben, die Energie freigesetzt, das Kondom nicht benutzt) weil ich mit der <strong>Verantwortung</strong> für die <strong>Folgen</strong> konfrontiert werde (Der Pfeil trifft den Hund, die Macht wird missbraucht, die Energie tötet Natur, der Samen erzeugt ein Kind und entscheidet über mein Leben für die nächsten 18 Jahre) und ich gebe in meiner Erklärung (mehr oder weniger unbewusst) all den Fakten eine <strong>höhere Chance</strong>, in meinem Wissens &#8211; Modell aufzuscheinen, welche meine Entscheidung post festum stützen. Das ist der Grund, weshalb die Eule der Minerva erst in der Dämmerung losfliegt.</p>
<p>Das nennen einige dann Wissenschaft.</p>
<p><strong>Vielmehr haben wir schon immer die Freiheit zu entscheiden</strong>, auch <strong>die Gebirge haben die Freiheit</strong> hier so und dort anders zu sein. Aber <strong>n</strong><strong>achdem</strong> sie sich entschieden haben, irgendwo zu sein, hat es Folgen, Arten sterben aus oder finden Lebensmöglichkeiten, Aussichtstürme werden gebaut, Atommüll wird in den Höhlen gelagert.</p>
<p>Die Entscheidungen der Natur nennen wir Zufall oder Kontingenz. Die Entscheidungen der Menschen nennen wir Freiheit.</p>
<p><strong>Die Freiheit zu Entscheidung aber ist substanzieller Bestandteil der Natur!</strong> Was Spinoza &#8220;deus sive natura&#8221; nennt ist m.E. genau diese substanzielle Eigenschaft der Natur, Entscheidungen zu fällen, frei zu sein. Die Natur selbst aber ist Subjekt und Objekt ihrer Entscheidungen. </p>
<p>Worum es mir geht ist, dass Menschen anders als Gebirge die <strong>Verantwortung</strong> für ihre Entscheidungen <strong>übernehmen können</strong>, ob die Entscheidung nun richtig ist oder falsch war wird sich vor allem durch den Umgang mit der Verantwortung herausstellen.</p>
<p>Wenn ich mich für Atomenergie entscheide, <strong>muss ich für die Folgen Verantwortung übernehmen.</strong></p>
<p>Genau das tun einige Entscheider aber nicht.</p>
<p><strong>Sie bürden uns diese Folgen auf</strong>, wir sollen den Müll wegräumen, den Zigarettenrauch einatmen, den Krebs bekommen, die Folgen der Wirtschaftskrise tragen. Deshalb lieben es Regierungen auch so, wenn die Verantwortung dem Anderen an sich aufgebürdet wird, Gott, der Natur, der Wissenschaft, allen allgemeinen Begriffen.</p>
<p><strong>Einige Entscheider lieben es, ihre Entscheidungen zum Problem anderer Leute zu machen.</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Vom Ich zum Wir&#8221; heisst in der Gesellschaft zu oft: Ich entscheide und Wir trägt die Verantwortung für die Folgen.</p></blockquote>
<p>&#8220;Entropisches Resignieren&#8221; ist auch nur eine Form diese Aufbürdens von Verantwortung an jemand anderen, hier an die &#8220;Entropie&#8221;.</p>
<p>Da lob ich mir doch Leute, die bei jedem gefällten Baum wie Idefix jaulen und <a title="Chris Jordan" href="http://www.chrisjordan.com/current_set2.php?id=11" target="_blank">Abfälle fotografieren</a> <strong>um diese Verantwortung wieder sichtbar zu machen</strong> und damit in den Verantwortungsbereich von Entscheidern zurückzuführen.</p>
<p><strong>Bei Freiheit geht es um die Übernahme der Verantwortung für die eigene Entscheidung</strong>, nicht um die Möglichkeit einer richtigen, falschen oder überhaupt einer Entscheidung.</p>
<p><strong>Die Freiheit beginnt so nach der Entscheidung, nicht vorher.</strong></p>
<p><strong>Menschliche Freiheit ist die Einsicht, die Not zu wenden, die aus meinen Entscheidungen folgt.</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sequenz</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2010/03/15/sequenz/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 22:06:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo genaues Wissen fehlt, setzt die Vermutung ein. Wo die Vermutung einsetzt, regiert das Unterbewusste. Wo das Unterbewusste regiert, organisiert sich das Chaos. Wo sich das Chaos organisiert, werden Strukturen entstehen. Wo Strukturen entstehen, gibt es einen Platz für mich. Wo es einen Platz für mich gibt, habe ich die Wahl. Wo ich die Wahl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li>Wo genaues Wissen fehlt, setzt die Vermutung ein.</li>
<li>Wo die Vermutung einsetzt, regiert das Unterbewusste.</li>
<li>Wo das Unterbewusste regiert, organisiert sich das Chaos.</li>
<li>Wo sich das Chaos organisiert, werden Strukturen entstehen.</li>
<li>Wo Strukturen entstehen, gibt es einen Platz für mich.</li>
<li>Wo es einen Platz für mich gibt, habe ich die Wahl.</li>
<li>Wo ich die Wahl habe, fühle ich mich frei.</li>
<li>Wo ich mich frei fühle, halte ich meine Wahl für meine Entscheidung.</li>
<li>Wo ich etwas für meine Entscheidung halte, kann ich zufrieden sein.</li>
<li>Wo ich zufrieden bin, beginne ich zu phantasieren.</li>
<li>Wo ich beginne zu phantasieren, erzeuge ich Wirklichkeit.</li>
<li>Wo ich Wirklichkeit erzeuge, lebe ich.</li>
<li>Wo ich lebe, fehlt mir genaues Wissen.</li>
</ul>
<p>(in infinitum)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wahn ist Wirklichkeit</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2010/02/26/wahn-ist-wirklichkeit/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:51:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Hegel]]></category>
		<category><![CDATA[Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Schein]]></category>
		<category><![CDATA[Sein]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wittgenstein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wirklichkeit (actualitas, realitas) wird üblicherweise der Möglichkeit oder dem Schein entgegengesetzt. Eine intensive Diskussion findet statt über die Frage, ob Wirklichkeit materiell oder ideell ist (also objektiv und deshalb ausserhalb des menschlichen Bewusstseins oder subjektiv und deshalb innerhalb des menschlichen Bewusstseins existiert). Vernachlässigt wird dabei ein einfacher Sachverhalt, nämlich, dass das Wort &#8220;Wirklichkeit&#8221; mit seinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wirklichkeit</strong> (actualitas, realitas) wird <a title="Wirklichkeit, Eisler Wörterbuch" href="http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Wirklichkeit?hl=wirklichkeit" target="_blank">üblicherweise</a> der Möglichkeit oder dem Schein entgegengesetzt. Eine intensive Diskussion findet statt über die Frage, ob Wirklichkeit materiell oder ideell ist (also objektiv und deshalb ausserhalb des menschlichen Bewusstseins oder subjektiv und deshalb innerhalb des menschlichen Bewusstseins existiert).</p>
<p><span id="more-546"></span>Vernachlässigt wird dabei ein einfacher Sachverhalt, nämlich, dass das Wort &#8220;Wirklichkeit&#8221; mit seinem wesentlichen Bestandteil &#8220;wirken&#8221; überhaupt nichts mit Objektivität oder Subjektivität, Sein, Möglichkeit oder Schein zu tun hat. Der <strong>Schein</strong> &#8211; insofern er wirkt, ist Wirklichkeit, der <strong>Wahn</strong> &#8211; insofern er wirkt, ist Wirklichkeit, <strong>Gott</strong> insofern er (oder Sie) wirkt ist Wirklichkeit. Selbst das nur <strong>Mögliche</strong> wird Wirklichkeit, sobald es auf meine Entscheidungen wirkt (z.B. als selbsterfüllende Prophezeiung).</p>
<p>Das ist der Wit(z) bei Lacan und modernen Therapeutinnen und Therapeuten, <strong>dass der Wahn</strong> nicht als unrealistisch abgetan wird, sondern <strong>ernst genommen wird</strong> als subjektive Wirklichkeit eines Klienten.</p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Die Verwirrung zeigt sich in der Alltagssprache, so finden wir oft Aussagen wie: &#8220;Es ist wirklich möglich …&#8221; und &#8220;Es ist scheinbar wirklich …&#8221;</span></strong></p>
<p><strong><a rel="external" href="http://blogs.handout.de/philspass/2010/07/27/lothar-kuhne/" target="_blank">Wirklichkeit kommt von Wirkung</a></strong><a rel="external" href="http://blogs.handout.de/philspass/2010/07/27/lothar-kuhne/" target="_blank">.</a> Wirkung kommt von etwas Anderem. Etwas <strong>ist</strong> wirklich insofern es wirkt. Ob das Andere in unserem Hirn ist oder ausserhalb unseres Hirns oder irgend ganz anderswo, ist eine sekundäre Frage. Diese Frage sollte so gestellt werden:</p>
<p><strong>Kann von der Wirklichkeit auf das Sein gefolgert werden</strong>?  Steht wirklich (!) ausser Frage <strong>dass etwas ist, weil es wirkt</strong> (das ist im Wesentlichen die Logik der <a title="A posteriori" href="http://de.wikipedia.org/wiki/A_posteriori">aposteriorischen</a> Gottesbeweise des <a title="Thomas von Aquin" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin">Thomas von Aquin</a>) oder <strong>dass etwas ist, weil es gedacht, ausgesagt werden kann</strong> (das ist im Wesentlichen die Logik der <a title="A priori" href="http://de.wikipedia.org/wiki/A_priori">apriorischen</a> onologischen Gottesbeweise des <a title="Anselm von Canterbury" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_von_Canterbury">Anselm von Canterbury</a>)?</p>
<p><strong>Worüber wir sicher etwas sagen können, ist immer nur über die Wirklichkeit, niemals über das Sein.</strong></p>
<blockquote><p>Was gezeigt werden <em> kann, kann </em> nicht gesagt werden. (Wittgenstein)</p></blockquote>
<p>Worüber wir sicher etwas sagen können, ist, <strong>auf welche Weise  etwas wirklich ist, auf uns gewirkt hat</strong>!<br />
Welche <strong>Seinsweise</strong> hat also ein Etwas?</p>
<ul>
<li>Ist es <strong>objektiv</strong> wirklich (ausserhalb des menschlichen, oder gar ausserhalb meines eigenen) Bewusstseins?</li>
<li>ist es <strong>subjektiv</strong> wirklich (innerhalb des menschlichen, zumindest aber in meinem) Bewusssein?</li>
<li>ist es <strong>anders</strong>, auf eine uns bisher unbekannte Weise wirklich (meine Wahrnehmung &#8211; bisher &#8211; übersteigend, transzendent)?</li>
</ul>
<p>Interessant ist diese Diskussion auch deshalb, weil <strong>Wirklichkeit und Existenz</strong> oft verknüpft werden. Damit wird Existenz aber nur zu einem Synonym von Wirklichkeit.</p>
<ul>
<li>&#8220;Alles, was wirklich ist, existiert.&#8221;</li>
<li>&#8220;Etwas existiert nur weil und insofern es es wirkt&#8221;</li>
<li>&#8220;Wir wissen von der Existenz von etwas, weil wir von der Wirkung wissen&#8221;</li>
<li>&#8220;Weil etwas auf uns wirkt, können wir auf die Existenz dieses Etwas schliessen&#8221;</li>
<li>Wir wissen nur von der Wirkung einer Sache, niemals aber von der Existenz&#8221; (Kant)</li>
<li>&#8220;Alles was wirklich ist ist vernünftig, alles was vernünftig ist, ist wirklich&#8221; (Hegel)</li>
<li><strong>etwas existiert für mich weil und insofern es auf mich wirkt.</strong></li>
</ul>
<p>Oft wird auch <strong>Wirklichkeit und Wahrheit</strong> miteinander verknüpft</p>
<ul>
<li>Sein ist Wahrgenommen werden, esse est percipi. (Berkeley)</li>
<li>Ich glaube es erst als Wahrheit wenn und insofern ich es sehe, anfassen, wahrnehmen kann (Realismus, Empirismus)</li>
<li>&#8220;Ist das wirklich wahr?&#8221; ist eine unzulässige Verknüpfung zweier Fragen: Die <strong>Wahrheit</strong> einer Aussage (und <strong>nur Aussagen haben Wahrheit</strong>) besteht in der <strong>Übereinstimmung</strong> mit dem Sachverhalt, über dessen <strong>Wirkung</strong> etwas ausgesagt wird.</li>
</ul>
<blockquote><p>&#8220;Es regnet gerade&#8221; bedeutet nicht, dass es <em>wirklich gerade regnet</em>, sondern, <em>dass eine Person eine Aussage post festum</em> mit dem Inhalt <em>macht</em> &#8220;Es regnet gerade&#8221; und dabei auf Wirkungen auf sich selbst verweist (Ich sehe, dass die Strasse nass ist, ich sehe Wassertropfen an der Scheibe, meine Haare fühlen sich gerade jetzt nass an u.s.w.) welche auf <strong>diese</strong> Person an <strong>diesem</strong> Ort und zu <strong>dieser</strong> Zeit einwirkten. Nur die Aussagen von Zeugen zum selben Sachverhalt, also Personen, welche zur selben Zeit am selben Ort sind, können überhaupt verglichen werden und dabei kann Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung festgestellt werden. Und ich kann Zahlen, Daten, Fakten durch technische Hilfsmittel erheben. Aber auch diese &#8220;objektiven&#8221; Informationen werden schliesslich mitgeteilt durch Personen.<br />
Ich kann also am Ende nur sagen: Die Aussage der Person A über  die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt auf sie stimmt oder stimmt nicht überein mit der Aussage von Person B über die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt oder mit der Aussage über die Outputs eines technischen Gerätes auf  Person C über die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt.</p></blockquote>
<p><strong>Eine Aussage über die Wirklichkeit </strong>eines Sachverhaltes (&#8220;Das war wirklich George Clooney, den ich gesehen habe.&#8221;) <strong>ist keine Aussage über die Wahrheit</strong> eines Sachverhaltes, sondern nur über die subjektive Übereinstimmung einer Vorstellung mit einer Erfahrung (&#8220;Der sah so aus wie ich mir George Clooney vorstelle!&#8221;), <strong>die Erzählung von einer Wirkung.</strong></p>
<p><strong>Wirklichkeit führt zum Für-wahr-halten, niemals aber zumWahr-Sein.</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Culture Circle</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2010/02/05/culture-circle/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 17:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>

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		<description><![CDATA[It seems, that every culture has three steps or phases you are partly or successive in: 3 cultures: Creative &#8211; Inventing Things and ideas, taking risks, high failure rate Ready made &#8211; Using things and ideas, no own ideas, low risk, money consuming Recycling &#8211; Re-using things and ideas until they are worn out, no [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>It seems, that every culture has three steps or phases you are partly or successive in:</p>
<p>3 cultures:</p>
<ul>
<li>Creative &#8211; Inventing Things and ideas, taking risks, high failure rate</li>
<li>Ready made &#8211; Using things and ideas, no own ideas, low risk, money consuming</li>
<li>Recycling &#8211; Re-using things and ideas until they are worn out, no risk at all</li>
</ul>
<p>Because it is a circle &#8211; the end of recycling is the beginning of creativity.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Development of Knowledge</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2009/11/21/development-of-knowledge/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 18:34:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>

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		<description><![CDATA[Believe everything Criticize everything Believe because you know]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ol>
<li>Believe everything</li>
<li>Criticize everything</li>
<li>Believe because you know</li>
</ol>
]]></content:encoded>
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		<title>Drei Stufen der Erkenntnis</title>
		<link>http://blogs.handout.de/philspass/2009/11/20/drei-stufen-der-erkenntnis/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 07:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Axiome]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Judas Iscariot]]></category>
		<category><![CDATA[Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Zweifel]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Stufen gibt es im Erkenntnisprozess: Glauben &#8211; Reaktion Zweifel &#8211; Revolution Wissen &#8211; Konservation Durch diese Stufen müssen wir immer durch,  wir haben keine Chance, nicht beim einfachsten Gedanken, das Schlimmste was uns passieren kann ist, dass wir auf einer Stufe hängen bleiben (Gläubiger, Skeptiker, Lehrer). Nur der Weise (oder natürlich DIE Weise) kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Drei Stufen gibt es im Erkenntnisprozess:</strong></p>
<ol>
<li> Glauben &#8211; Reaktion</li>
<li>Zweifel &#8211; Revolution</li>
<li>Wissen &#8211; Konservation</li>
</ol>
<p>Durch diese Stufen <strong>müssen</strong> wir immer durch,  <strong>wir haben keine Chance,</strong> nicht beim einfachsten Gedanken, das Schlimmste was uns passieren kann ist, dass wir auf einer Stufe hängen bleiben (Gläubiger, Skeptiker, Lehrer). Nur der <strong>Weise</strong> (oder natürlich DIE Weise) kann aus diesem Prozess heraustreten UND gleichzeitig in der Spirale der Entwicklung der Erkenntnis aufsteigen.</p>
<p>Und dann geht es wieder von Vorne los, denn das <strong>Wissen wird Glauben</strong>.</p>
<blockquote><p><span id="more-499"></span><strong>Jegliches Wissen beginnt mit dem <em>Glauben</em>.</strong></p></blockquote>
<p>Wir lernen zu glauben, dass <strong>Eins</strong> existiert, dass die <strong>Arbeiterklasse</strong> die Rettung für die Menschheit bringen kann, dass die <strong>Partei</strong> immer recht hat, dass es einen <strong>Gott</strong> gibt, oder mehrere, dass es <strong>Atome</strong> gibt und <strong>Elektronen</strong>, dass Menschen vernunftbegabt sind, dass <strong>Mutti und Vati</strong> immer lieb sind und wenn, dann gerecht strafen. Überhaupt spielen Strafen in dieser Phase eine grosse Rolle.</p>
<p>Wir werden von <strong>Reaktionären</strong> erzogen! Und der wichtigste Teil dieser Erzieherinnen sind: <strong>Frauen</strong>. Schon mal darüber nachgedacht, warum gerade Frauen so gerne Lehrerinnen werden wollen, besonders für den Kindergarten, die Grundstufe? (Wie haben sich die Revolutionäre und die Feministinnen gewundert, als sie nach der Befreiung der Frauen feststellten, dass die Frauen natürlich reaktionär sind, Überträgerinnen der Tradition, Erzieherinnen der Machos unter denen sie dann später als Ehefrauen angeblich leiden &#8211; Die beliebtesten Witze, Ehefrauenwitze, Schwiegermutterwitze, kommen aus dieser Spannung).</p>
<p>Uns <strong>glauben zu machen</strong> ist die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer. In der Schule, wie auch immer sie geartet ist,  werden wir mit <strong>Namen, Zahlen, Daten, Fakten, Grundannahmen</strong>, <strong><a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Axiom" target="_blank">Axiomen</a>,</strong> mehr oder weniger aggressiv bekannt gemacht. Wer nicht glaubt und die Glaubenssätze nicht exakt wiedergibt, wird bestraft, mit dem Rohrstock, der Verweigerung des ewigen Lebens oder der Drohung mit dem ewigen Leben, der Hölle auf Erden oder der Hölle in der Zukunft (Aus dir wird sowieso nichts!) oder wenigstens schlechten <strong>Zensuren</strong>.</p>
<p>Diese Grundanahmen also werden mit <strong>Fremdworten (Fachsprache) und Autoritäten</strong> belegt: Es steht geschrieben &#8230;, Schon Einstein (Jesus, Moses, Goethe, Gauss &#8230;) hat gesagt &#8230;, der Grosse Führer lehrte uns &#8230; <strong>Die Lehrer der Menscheit sind immer gross</strong> (der grosse Buddha, der grosse Karl Marx) grösser als wir, so wie unsere Eltern einst waren, auch wenn sie uns körperlich kaum bis zu Nase gereicht hätten.</p>
<p>Dummköpfe welche ihrer eigenen Autorität nicht trauen, wie einige Diktatoren, benötigen deshalb auch Persönlichkeitsverstärker wie <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tiara" target="_blank">hohe Mützen</a>, hohe Häuser oder grosse Autos, nicht um zu kompensieren, sondern um zu unterstreichen, was sie selbst nicht glauben.</p>
<p><strong>Diese Grundannahmen werden nicht belegt, nicht bewiesen.</strong> Ich habe ewig gebraucht um die Technik des mathematischen Beweises zu verstehen. (Wenn … dann) denn es wird eben zum Beispiel die Basis der mathematischen Behauptung der <strong>Infinitesimalrechnung</strong>: Gegeben <strong>sei</strong> eine Wesenheit (Entität), die nicht Null ist aber doch unendlich gegen Null geht, also etwas, was <strong>Null UND nicht Null</strong> ist, nicht bewiesen. Diese muss geglaubt werden.</p>
<p>Also statt: Ich beweise, dass Eins (Gott, Evolution, die Zibetkatze) existiert -&gt; Wenn ich annehme (glaube), dass Eins (Gott, Evolution, die Zibetkatze) existiert, dann kann ich ein ganzes Gebäude von  Wissen darauf errichten, <strong>in sich</strong> schlüssig, logisch und klar, <strong>herr</strong>lich. Mit diesem Gebäude kann ich dann weiter bis zu einem gewissen Grad der Genauigkeit die Welt erklären, Computer bauen, Seelen versorgen, trösten oder aufhetzen.</p>
<p>In dieser Stufe ist Zweifel unangebracht und wird von Lehrkräften erbittert verfolgt. Deswegen heissen sie auch Lehr<strong>kräfte</strong> und werden mit allen möglichen Mitteln vom Rohrstock bis zum Computer ausgestattet.</p>
<p>Die höchste Stufe des Gläubigen ist der <strong>Gelehrte</strong>, seine Perversion der Beckmesser.</p>
<blockquote><p><strong>„De omnibus dubitandum“ (lat.: An allem ist zu zweifeln)</strong></p></blockquote>
<p>Die schlimmste Frage, die eine Schülerin einem Lehrer stellen kann ist: Wirklich? Woher wissen Sie das? Will sie nicht weniger als der Lehrer sein, muss sie Autoritäten umstossen, Lehrsätze widerlegen, Glaubenssätze hinterfragen.</p>
<p>Plötzlich stellt sich heraus, dass der heilige Lehrer mit der Lehrerin ein Verhältnis hat, der grosse Führer gelegentlich aufs Klo muss oder andere Sch… baut, die grosse Wahrheit auf wackligen Füssen steht, die <strong>Namen</strong> ausgedacht, die <strong>Zahlen</strong> gefälscht, die <strong>Fakten</strong> in der Erinnerung verwechselt,<strong> die Grundannahmen</strong> &#8211; <strong>Axiome </strong>absurd sind und, mehr noch gerade wegen der Absurdität geglaubt wurden (<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Credo,_quia_absurdum_est" target="_blank">credo quia absurdum</a>).</p>
<p>Kluge Regierungen wissen, dass <strong>einen revoutionären Gedanken zu drucken der kürzeste Weg ist, ihn zu erledigen</strong>. Vielleicht machen es Diktatoren in ihrer unendlichen und unbegreiflichen Weisheit den Revolutionären mit Zensur, Redeverboten und Druckverboten gerade deshalb so schwer, weil sie wissen, dass die Ideen, welche wirklich tragfähig sind (Ach es ist so viel Geschwätz da draussen, meines natürlich gehört nicht dazu!) nur im Widerstand, in der Ver<strong>zweifl</strong>ung reifen können und sich doch letztendlich durchsetzen werden? Vielleicht opfern sich Zensoren auf, zerstören ihren Ruf wie <a rel="external" href="http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/e/referenz/47923///cache/d77c77f7bb/">Judas</a>, töten die Propheten um die Prophezeiung wahr werden zu lassen und bekannt, bevor der Prophet selbst alt wird und seine Ideen relativiert oder zurücknimmt? Kaum etwas ist hässlicher als ein alter Revolutionär.</p>
<p>Sollten wir <strong>Judas Iscariot</strong> dafür wirklich hassen, dass er es Jesus von Nazareth möglich gemacht hat, die Rolle des Lamms zu spielen, getötet und konserviert, lesbar zu werden? (Vgl. auch &#8220;Der Fall Judas&#8221; von Walter Jens, auch <a rel="external" href="http://www.daskirchenjahr.de/tag.php?name=judasiskariot&amp;zeit=HeiligeWoche" target="_blank">hier</a> und <a rel="external" href="http://www.newyorker.com/arts/critics/atlarge/2009/08/03/090803crat_atlarge_acocella">hier</a>). Ich weiss, das klingt zynisch, aber das ist eine der Rollen des Wissenschaftlers, zynisch zu sein, weil er und manchmal auch sie, wissen wie das so läuft, das Leben und alles. Daher die <a rel="external" href="http://www.witzepur.de/arzt.php" target="_blank">zynischen Witze</a> der Ärzte.</p>
<p>Welten brechen zusammen, Gesellschaftssysteme geraten ins Wanken, <a rel="external" href="http://www.miriup.de/spur/3.1.html" target="_blank">Materie verschwindet</a>, neue Religionen entstehen (<a rel="external" href="http://www.google.com/search?q=Es+steht+geschrieben%2C+ich+aber+sage+Euch&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">Es steht geschrieben, ich aber sage Euch</a>!). Die Ehefrau (oder manchmal auch der Mann) ist <strong>nicht</strong> treu, überhaupt wird alles plötzlich unklar unscharf, undeutlich, selbst das Geschlecht wird unklar und wir wissen nicht mehr ob wir Männchen oder Weibchen sind.</p>
<p>Am Ende liest sich die Welt wie das Buch eines<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strukturalismus" target="_blank"> französischen Strukturalisten</a>, klug, aber unverständlich.</p>
<p>In dieser <strong>Pubertät des Denkens</strong> werden wir alle Revoutionäre, wir pfeifen auf die Tradition, tun genau das, was uns verboten wurde, sägen an Stühlen, öffnen verbotene Türen oder treten sie ein, verlassen Vater und Mutter wegen verrückter Ideen (die wir vorher selbst ver-rückt haben wie alte Möbel um den Dreck darunter hervorzukehren oder den Schatz zu finden), werden <strong>Ein Fleisch</strong> mit <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sophia" target="_blank">Sophia</a> , die sich als ein Flittchen herausstellt, das  mit jedem und jeder schläft und auch noch Spass und nicht die geringsten Bedenken dabei hat. Die <strong>Liebe</strong> ist hier in ihrer heissesten Phase, das ewig Weibliche zieht uns hinan oder hinab, meistens Beides in Wechselbädern der Gefühle.</p>
<p><strong>Die Revolution ist weiblich, </strong><strong>so lange, bis die Kinder kommen</strong>, die neuen Erkenntnisse, die gepflegt werden müssen und versorgt, so lange sie und weil sie so zart, so zerbrechlich, so hart errungen.</p>
<p>Die Kinder sind das neue Wissen, die Erkenntnis.</p>
<blockquote><p><strong>Das <em>Wissen</em> ist  das Ende des Zweifels</strong></p></blockquote>
<p>Nachdem wir ganz genau nachgesehen, den Vorhang gehoben, unter den Rock geschaut, die Eingeweide gelesen, die Zeichen gedeutet, die Säulen umgestossen, die Werte umgewertet, die Eltern widerlegt, Erfahrungen gemacht haben, müssen wir unsere <strong>neuen Erkenntnisse</strong> schützen, bewahren, mitteilbar machen.</p>
<p>Wir haben Überzeugungen gewonnen, unsere Zeugen sind durch unsere Erfahrungen <strong>Über-Zeugt</strong> worden. Wir haben in unseren wilden Nächten gezeugt und nun sind sie da, die Kinder, die Früchte unserer Erkenntnis, unser Herzblut, unsere Babies. Und diese sind schwach, zarte Pflänzchen.</p>
<p>Wir erzeugen <strong><em>neue</em> Namen, Zahlen, Daten, Fakten, Grundannahmen</strong>, <strong>Axiome.</strong></p>
<p>Wir nennen sie <strong>Neu</strong>. Wir nennen sie <strong>Fortschritt</strong>, wir nennen sie <strong>Entwicklung</strong>, wir nennen sie <strong>wahres Wissen</strong>. Wir schreiben sie fest in Büchern. Wir lehren sie den Lehrern. Wir machen sie konservierbar. Was wir mitunter vergessen, ist, dass die Konserve tot ist. <strong>Bücher sind die Särge des Wissens</strong>, Bibliotheken Friedhöfe, in denen wir mit den Toten sprechen.</p>
<p>Damit können nun auch unsere reaktionären Lehrer wieder leben, sie bezahlen die Bibliotheken, sie bezahlen die Universitäten. Totes Wissen ist nicht mehr so gefährlich, ein Teil der Toten wird für einige Zeit in gesonderte Bereiche (restricted Areas, Giftschränke) ausgelagert. Mit grosser Vorsicht werden sie adaptiert, umgedeutet, angepasst und eingepasst, werden sogar hoffähig. <a rel="external" href="http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/11/01/stephen-hawking/papst-trifft-kluegsten-menschen-der-welt.html" target="_blank">Hawkins darf den Papst treffen</a>, Richard Dawkins wird gedruckt.</p>
<p>Tja, und dann geht alles wieder von vorne los. Wissen wird geglaubt, Glaube wird bezweifelt, Zweifel wird verifiziert zu Wissen. Wenn wir Glück haben, wird das Wissen mehr, manchmal steht aber am Ende der Nichtung des Wissens auch nur die Erkenntnis von der Nichtigkeit alles Wissens. Das sind die Fälle, wo die besonders reinen Formeln entstehen, die sich dann in <strong>Zitate</strong> verwandeln:</p>
<blockquote><p><em></em><em>E = mc<sup>2 </sup></em><sup>(Einstein)</sup></p>
<p>&#8220;Cogito, ergo sum&#8221;<sup>(Descartes)</sup></p>
<p>&#8220;Die Proletarier dieser Welt haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!&#8221;<sup>(Marx/ Engels)</sup></p>
<p><em>„Erkenntnis der Einheit aller Wesen und Askese, Verneinung des Willens zum Leben allein kann uns erlösen, nicht der Selbstmord, der nur die individuelle Erscheinung des Allwillens vernichtet“</em> <sup>(Schopenhauer)</sup></p></blockquote>
<p><strong>Das Zitat ist der Moment, in dem sich Wissen in Glauben verwandelt.</strong></p>
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		<title>Think different!</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 11:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Floßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>

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