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20 Jahre “Wende”

Montag, 6. September 2010 | Autor: Bernd Floßmann

Paul wird gelegentlich gefragt, wie er denn als Philosoph und ehemaliger DDR-Bürger zu den Ereignissen des November 1989 stehen würde. Darauf gibt er diese Antwort:

Die politische Wende in der DDR, welche je nach Standpunkt als Revolution oder als Bankrott gesehen werden kann, hat mir Träume erfüllt, die ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht hatte.

Das ist eine Dialektik meines Lebens.”

Jetzt verstehen wir auch, weshalb er niemals geklagt, aber auch niemals besonders gefeiert hat.

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Philosophie und Wissenschaft

Dienstag, 31. August 2010 | Autor: Bernd Floßmann

In den Scienceblogs tobt eine Sommerloch-Diskussion zum Verhältnis von Philosophie und Wissenschaft.

Ich trat in die Diskussion ein mit einem Zitat aus meinen Splittern:

Philosophie ist die Arbeit, die die Welt DENKBAR macht.
Dadurch unterscheidet sich Philosophie nicht von der Arbeit anderer Wissenschaften, wie der Physik, es sind die anderen Wissenschaften, die sich von der Philosophie unterscheiden, in einem historischen Scheidungsprozess wie den der Kinder von der Mutter.

Das Verhalten zur Philosophie hat individuell Parallelen zum Verhalten zum Weiblichen.
Die Philosophie ist die Mutter der Wissenschaft, wird von der Politik zur Hure gemacht, missbraucht, gedemütigt, verschmutzt und vergewaltigt und ist doch die Braut aller Erkenntnis – wenn es nicht mehr weiter geht, kommen alle zu ihr um sich auszuheulen und neue Kraft zu finden.

Darauf entwickelte sich eine Sexismus-Diskussion!

Hier gebe ich nun nur meine Antworten wieder:

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ML-Lehrer und die Philosophie

Dienstag, 3. August 2010 | Autor: Bernd Floßmann

Der britische Videokünstler Phil Collins hat auf der diesjährigen Berlin Biennale einen Film über ehemalige DDR ML-Lehrer vorgestellt. Spiegel Online berichtet darüber hier.

Für diejenigen, die jetzt nicht wissen, worüber ich rede: ML ist die Abkürzung für Marxismus-Leninismus und damit die Bezeichnung für die Staatsideologie der Deutschen Demokratischen Republik und der anderen sich sozialistisch oder kommunistisch nennenden Länder. Diese Ideologie, welche in eher religiöser Weise, aber mit wissenschaftlichem Anspruch ausgeübt wurde, basierte weitgehend auf den Werken von Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin). Eine oder zwei Generationen vor meinem Studium spielte noch Stalin die entscheidende Rolle.

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Lothar Kühne, das Wesen des Menschen und die Zibetkatze

Dienstag, 27. Juli 2010 | Autor: Bernd Floßmann

Einer der wenigen Artikel der “Deutschen Zeitschrift für Philosophie”, welche ich verstanden habe und welche mich tief und bis heute beeinflusst haben, handelte über das Wesen des Menschen in den Marx’ schen Feuerbachthesen.

Und dieser Artikel war von Lothar Kühne (Lothar Kühne, Zu Marx‘ Bestimmung des ‚menschlichen Wesens‘ in der 6. Feuerbachthese, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 7 (1979), hier S. 811.).

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Informatik und Philosophie

Dienstag, 20. Juli 2010 | Autor: Bernd Floßmann

Dominikus Herzberg von “denkspuren” erklärt in seiner Antwort auf eine von 17 Fragen im Wissenschaftscafe:

“6. Wie erklärt man in drei Sätzen, weshalb Wissenschaft dennoch faszinierend ist?

Die Informatik ist für mich so etwas wie angewandte Philosophie!
Die Informatik ist für mich so etwas wie angewandte Philosophie! Ich denke in Konzepten und Modellierungswelten, kann sie aber — im Gegensatz zum Philosophen — mit dem Computer ergründen. Und so mache ich immer wieder für mich kleine, spannende Entdeckungen, was so manchen Anlass für ein Blog-Posting gibt.”

Was lese ich hier?

  • Erstens, Herr Prof. Herzberg hat eine hohe Meinung von Philosophie. Danke, höre ich gerne.
  • Zweitens, er glaubt, dass Philosophie in Konzepten und Modellierungswelten denkt. Hmm …
  • Drittens, Herr Herzberg glaubt scheinbar, dass Philosophie diese Konzepte und Welten nicht ergründen könne. Hmm … Hmm …

Was stört mich hier eigentlich?

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Materialismus und Idealismus

Freitag, 16. Juli 2010 | Autor: Bernd Floßmann

Sogenannte “kommunistischen” Diktaturen stellen sich selbst mitunter gern als der materialistischen oder historisch materialistischen Tradition des Denkens verbunden dar.

Allein die Existenz von Verfolgung Andersdenkender allerdings widerlegt diese Behauptungen. Die Angst vor anderen Ideen setzt voraus, dass ich glaube, dass Ideen dem Handeln voraus gehen. Das aber ist Idealismus.

Durch ihr politisches Handeln zeigen so alle bisher bekannten sich kommunistisch nennenden Diktaturen, dass sie idealistische Diktaturen sind, welche die Priorität der Idee in ihre Programme geschrieben haben.

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Kommunismus

Sonntag, 27. Juni 2010 | Autor: Bernd Floßmann

Diotima sagt: “Der Kommunismus ist eine Utopie. Ein Kein – Ort – damit überall und immer.

Er existiert in reiner, aber auch in pervertierter Form. Eine pervertierte Form finden wir in  Teilen des Finanzkapitalismus. Einige andere sind die Massenmord-Diktaturen von Pol Pot, Mao oder Stalin. (So ist auch der Nationalsozialismus eine pervertierte Form sozialistischer Ideen)

Als pervertierte Form wird er mit Recht gehaßt. Deshalb ist die Wortverschmutzung bei dem Wort ‘Kommunismus’ auch so groß.

Die Arbeit von Kommunisten besteht darin, in allen Formen, auch den pervertierten, existierenden, lebendigen Kommunismus zu entdecken, aufzudecken, zu entwickeln und zu bewahren.

So hat ‘Der Kommunismus’ nie aufgehört, zu existieren, aber auch nie autark existiert! Der Kommunismus ist sporadisch und rhizomatisch, spontan, zufällig und damit gesetzmässig.

Der Kommunismus ist also immer und überall gegenwärtig. Ihn in der Vergangenheit oder Zukunft zu suchen, ist damit nur eingeschränkt und deswegen richtig, weil er auch dort ist.
Der Kommunismus ist die Möglichkeit von freien Individuen, zusammen zu leben im gegenseitigen Vorteil.

Der Kommunismus ist männlich, wie die Liebe weiblich ist.”

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Die Natur ist frei oder deus sive natura

Montag, 22. März 2010 | Autor: Bernd Floßmann

Haben wir und worin besteht unsere (Wahl-Entscheidungs-) Freiheit in Bezug auf Naturgesetze?

Ein Denkfehler besteht meiner Meinung nach darin, dass die Erklärung der Vergangenheit und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur (und damit die Erklärbarkeit der Vergangenheit  und der vergangenen Entscheidungen von Mensch und Natur) als Kausalität vereinseitigt wird.

Nur weil ich meine Entscheidung post festum erklären kann, war die Entscheidung nicht notwendig so und nicht anders. Erklärbarkeit ist nicht das Gleiche wie Notwendigkeit!

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Sequenz

Montag, 15. März 2010 | Autor: Bernd Floßmann

  • Wo genaues Wissen fehlt, setzt die Vermutung ein.
  • Wo die Vermutung einsetzt, regiert das Unterbewusste.
  • Wo das Unterbewusste regiert, organisiert sich das Chaos.
  • Wo sich das Chaos organisiert, werden Strukturen entstehen.
  • Wo Strukturen entstehen, gibt es einen Platz für mich.
  • Wo es einen Platz für mich gibt, habe ich die Wahl.
  • Wo ich die Wahl habe, fühle ich mich frei.
  • Wo ich mich frei fühle, halte ich meine Wahl für meine Entscheidung.
  • Wo ich etwas für meine Entscheidung halte, kann ich zufrieden sein.
  • Wo ich zufrieden bin, beginne ich zu phantasieren.
  • Wo ich beginne zu phantasieren, erzeuge ich Wirklichkeit.
  • Wo ich Wirklichkeit erzeuge, lebe ich.
  • Wo ich lebe, fehlt mir genaues Wissen.

(in infinitum)

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Wahn ist Wirklichkeit

Freitag, 26. Februar 2010 | Autor: Bernd Floßmann

Wirklichkeit (actualitas, realitas) wird üblicherweise der Möglichkeit oder dem Schein entgegengesetzt. Eine intensive Diskussion findet statt über die Frage, ob Wirklichkeit materiell oder ideell ist (also objektiv und deshalb ausserhalb des menschlichen Bewusstseins oder subjektiv und deshalb innerhalb des menschlichen Bewusstseins existiert).

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