Vorgesetzte und Lebensgestaltung
Freitag, 20. März 2009 | Autor: Bernd Floßmann
Wenn die Menschen über ihr vergangenes, gegenwärtiges oder zukünftiges Leben sprechen, sprechen sie, so erlebe ich es jedenfalls, meistens in einer passiven Form.
Leben ist etwas, was ihnen zustösst. Das Hauptmoment ist das Ereignis. Die Aktivität in ihrer Lebensgestaltung kommt von aussen, von anderen Menschen. Ihre Vergangenheit wurde von Eltern, Lehrern, MitschülerInnen und jeweils bösen oder guten Menschen gestaltet.
In ihrer Gegenwart sind sie wieder Menschen ausgesetzt und ihre Zukunft ist von mehr oder weniger schlechten Vorzeichen überschattet in denen mehr oder weniger gute Menschen versuchen werden ihnen ihr Leben zu verderben. Und so sehen dann auch ihre Diskussionen aus. Manchmal glaube ich, dass Vorgesetzte erfunden wurden, um diesen unbestimmten Gestaltern unseres Lebens ein Gesicht zu geben.
Die Macht des Opfers zeigt sich in der Beständigkeit dieser Art über sein Leben nachzudenken oder sein Leben vorzudenken.
Wer Andere hat, die er verantwortlich machen kann für das eigene miese Leben, scheint sich sicherer zu fühlen, als wer sich selbst für seine Lebensgestaltung verantwortlich fühlt.


