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Reden und Schweigen

Samstag, 17. Januar 2009 | Autor: Bernd Floßmann

Schweigen als kommunizierte Kommunikationsverweigerung und Reden als kommunizierte Kommunikationsverweigerung sind funktional äquivalent.

(Luhmann, Fuchs: Reden und Schweigen. Suhrkamp 1989. S. 63)

Ich frage mich, ob Luhmann und Fuchs bei der Besprechung des ZEN nicht zufällig oder absichtlich einen wesentlichen Satz über einiges “wissenschaftliches” Schreiben gefunden haben. Wie oft liest sich Wissenschaft oder auch Dichten als Schreiben, welches nicht auf das Lesen angelegt ist, also gar keinen Kommunikationsaspekt hat. Was ist aber mit solchen Texten, welche in ihrem Ursprung gar nicht der Kommunikation dienten?
Sie sind Natur, wie Blumen und Tiere und Berge – auch diese ist nicht auf den Kommunikationsaspekt angelegt. Sie sind nicht “weil” oder “um”. Sie sind einfach. Solche Texte sind auch Kafkas Geschichten, private Tagebücher, bestimmte Gedichte.
Für uns können sie etwas werden, sofern wir lernen auf sie “hinzuhören”, uns diesen Texten auszusetzen, bereit und offen zu sein etwas herauszufinden ohne etwas hineinzulegen.

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