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Pat Condell über Religion

Sonntag, 13. April 2008 | Autor: Bernd Floßmann

In der grossen Gruppe angloamerikanischer Atheisten ist Pat Condell, hier ist sein Youtube Channel, eine besonders eloquente Persönlichkeit. Es lohnt sich, seine Videos zu sehen. Der einzige Einwand gegen ihn ist für mich, dass er die Bedeutung ideeller Realität zu unterschätzen scheint. Atheisten bestreiten die Existenz Gottes, beweisen aber nur die objektive Nichtexistenz Gottes. Die Existenz der Wesenheit, die als Gott bezeichnet wird, wird aber nicht ohne Grund in die Transzendenz (also über unsere jeweils gegenwärtigen Wahrnehmungsmöglichkeiten hinaus auf hohe Berge, den Himmel, das All oder in die menschliche Psyche) verlegt. Subjektiv real existieren Gott und die Götter für die Gläubigen. Und diese Realität ist genau so sicher und beeinflusst unser Verhalten (inklusive unserer Bereitschaft, Geld auszugeben) wie die Realität von Filmhelden, von Geldwerten oder unserer privaten Familiengeschichte.

Dass es Institutionen gibt, die die Bedürfnisse, die diese subjektive Realität begleiten ausnutzen und durch objektive Realitäten ergänzen, ich meine damit einige Banken, Kirchen, TV-Prediger, Bischöfe, Versicherungsvertreter, Betrüger, Propagandisten, Parteien, ist ein ganz anderes Ding.

Die Kirchen und das Verhalten von Gläubigen zu kritisieren ist etwas Anderes, als die Religion zu kritisieren.

Noch einmal: Atheisten leugnen die Existenz Gottes. Philosophen interessieren sich dafür, in welcher Form das, was mit dem Wort “Gott” bezeichnet wird, existiert. Atheismus ist deshalb ein politischer Standpunkt, Philosophie ist wissenschaftlich.

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